Es ist ein bizarres Gefährt, das dort irgendwo in der Ukraine mitten im Schnee steht und wohl schon seit längerer Zeit nicht mehr bewegt wurde. Der Schützenpanzer BMP-55 ist sehr selten – höchstwahrscheinlich gibt es von ihm nur ein einziges Exemplar. Er basiert auf dem sowjetischen T55-Kampfpanzer, der für den Transport von Soldaten über das Schlachtfeld umgebaut wurde.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Wie das Militärmagazin „The Warzone“ unter Berufung auf den russischsprachigen Telegram-Channel „Vojennyj Oswedomitel“ (Militärinformant) berichtet, scheint der seltene Panzer nun zum ersten Mal auf dem Schlachtfeld in der Ukraine gesichtet worden zu sein. Es ist allerdings unklar ob der BMP-55 tatsächlich in Kämpfe verwickelt war. Da der Hintergrund gepixelt ist, ist auch der Aufnahmeort unklar, genauso wie der genaue Zeitpunkt. So könnte der seltene Schützenpanzer auch von Russland erbeutet worden sein.

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Auf die Rückseite des Panzers ist die blaue Aufschrift M113 gesprüht. Vermutlich ein Scherz, der auf den ebenfalls in der Ukraine eingesetzten US-amerikanischen Mannschaftstransportwagen hindeuten soll – obwohl beide Modelle sich optisch deutlich voneinander unterscheiden.

Dieses Foto des BMP-55 wurde vom Telegram-Channel Vojennyj Oswedomitel veröffentlicht.
Dieses Foto des BMP-55 wurde vom Telegram-Channel Vojennyj Oswedomitel veröffentlicht.© Telegram | Vojennyj Oswedomitel

BMP-55: Das kann der spezielle Schützenpanzer

Der BMP-55 wurde in den 2000er-Jahren vom Charkiwer Panzerausbesserungswerk auf Grundlage von überzähligen T55-Panzern entwickelt, die für einen Fronteinsatz nicht mehr geeignet waren. Hierzu wurde der Turm des T-55 entfernt und eine neue gepanzerte Truppentransportwanne auf das Chassis montiert. Der BMP-55 kann Berichten zufolge bis zu zehn Soldaten transportieren, die über eine Luke im Heck in das Fahrzeug gelangen können.

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Der Schützenpanzer soll frontalem Beschuss mit Maschinenkanonen von bis zu 30mm standhalten können – die Heckpanzerung soll angeblich bis zu 14,5-mm-Panzergranten abwehren können. Zusätzlichen Schutz könnte es durch eine Reaktivpanzerung geben, sowie Bodenpanzerung gegen Panzerminen. Bewaffnet ist der BMP-55 zwei Panzerabwehrraketen – zwischenzeitlich besaß das eine Exemplar zudem ein 12,7mm-Maschinengewehr, das inzwischen jedoch entfernt wurde.

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg

Entwickelt wurde der BMP-55 vor allem für den Export in Länder, die den T-55 einsetzen und so kostengünstig schwere Schützenpanzer erwerben konnten. Neben dem BMP-55 wurde demnach auch der auf dem sowjetischen T-64 basierende BMP-64 entwickelt. In die Serienfertigung und den Export sind beide Modelle allerdings nie gegangen, sodass es vom BMP-55 wohl nur diesen einen Prototypen gibt. Da damals in der Ukraine noch Frieden herrschte, hatte auch die ukrainische Armee kein Interesse an den Panzern – obwohl sie nun dringend gebraucht würden. Was das eine Modell konkret auf dem Schlachtfeld geleistet hat, bleibt jedoch ein Rätsel.