• In Jekaterinburg probt die russische Armee für die Parade zum 9. Mai
  • Aufnahmen aus der Stadt zeigen eine hochgerüstete Einheit
  • Die Bilder sind beunruhigend

Russland bereitet sich auf den 9. Mai vor: In wenigen Wochen wird wieder Kriegsgerät über den Roten Platz in Moskau paradiert – das Land feiert seinen Sieg über das faschistische Hitler-Deutschland. In der Vergangenheit protzte die russische Propaganda zum Tag des Sieges gerne mit Hightech-Waffensystemen und langen Panzer-Paraden; seit dem Überfall auf die Ukraine sind die Shows kleiner geworden, vor allem was die Zahl der Panzer angeht.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Das Kriegsgerät wird gebraucht, für den Krieg. Fast 3900 Panzer hat die Armee von Wladimir Putin bislang verloren, zählt das Verteidigungsblog Oryx; knapp 21.000 Fahrzeuge sind es insgesamt, vom Geländewagen über Schützenpanzer bis hin zum Kriegsschiff. Eine gewaltige Zahl.

Beunruhigende Aufnahmen aufgetaucht

Umso beunruhigender sind Videos und Bilder aus dem russischen Jekaterinburg, die derzeit in sozialen Medien kursieren. Sie stammen offenbar aus der zweiten Aprilwoche 2025 und sollen Proben für die Parade am 9. Mai zeigen. Nach allem dafürhalten dürfte diese im Jahr 2025 wieder waffenstarrender ausfallen.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Durch die Aufnahme rollen Panzer, Lkw mit Haubitzen im Schlepptau, gepanzerte Fahrzeuge, Raketenwerfer und anderes schweres Gerät, etwa zum Räumen von Minen. Von vermeintlichen Superpanzern keine Spur.

Auffällig ist zudem, dass die Panzer mit sogenannten Cope-Cages (dt. Käfigpanzerung) versehen sind; die Zusatzpanzerung soll Kamikazedrohnen und Geschosse abwehren. Ihr Nutzen ist umstritten.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

An anderen Fahrzeugen in der Parade sind Störsender für die elektronische Kriegsführung zu sehen. Auch diese dienen der Abwehr von Drohnen, wie sie im Ukraine-Krieg so zahlreich zum Einsatz kommen – und nun auch fester Bestandteil europäischer Arsenale werden sollen.

199948_569_199948_cover.jpg
Minen: Jeder Schritt kann der letzte sein
Im Krisenmodus
 

Russische Propaganda am Werk

Das Kriegsgerät wirkt damit kampfbereit, als könne es von der Parade direkt an die Front rollen, nicht zurück in Depot. Das dürfte von der russischen Propaganda gewollt sein, einerseits. Wie funktionsfähig das gezeigte Gerät ist, gerade im Bereich der elektronischen Kriegsführung, lässt sich nur schätzen, ist aber zweitrangig. Der psychologische Effekt zählt.

Auch interessant

Andererseits lässt die Parade von Jekaterinburg aber vermuten, dass die Umstellung der russischen Industrie-Produktion auf Kriegswirtschaft Erfolge zeitigt. Offenbar sind nun wieder Panzer und Co. für Paraden, statt Fronteinsatz, vorhanden.

Auch interessant

Zuletzt ist auch die Zusammensetzung der Parade bemerkenswert. Russland zeigt keine Weltkriegspanzer, keine Atomraketen, sondern Kriegsgerät, das auch wirklich zum Einsatz kommt, in der Ukraine. Oder zum Einsatz kommen könnte, im Baltikum. Auch das ist, natürlich, Teil des gewünschten Propaganda-Effekts.