Seit einem Vierteljahr ist Donald Trump wieder im Amt, und manche im Umkreis des 47. Präsidenten scherzen, dass er mit fast 79 Jahren sein neues „Junggesellendasein“ genieße. Natürlich sind Trump und seine dritte Ehefrau Melania noch offiziell zusammen. Politische Beobachter beschreiben die First Lady aber als Phantom, dessen Gegenwart man spürt, aber nur selten tatsächlich sieht.  

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Dafür, dass sie sich während der ersten drei Monate von „Trump II.“ rarmacht, hat die gebürtige Slowenin, die am Freitag ihren 55. Geburtstag feiern wird, eine simple Erklärung parat. „Ich bin mein eigener Mensch“, sagte sie in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox. Unterdessen arbeitet sie an einer ganzen Reihe von Projekten, allen voran an einem geheimnisumwitterten Dokumentarfilm für Prime Video, die Streaming-Plattform des Einzelhandelsgiganten Amazon. 

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Melania Trump arbeitet für neue Doku mit umstrittenem Filmemacher zusammen

Rätsel gibt die Doku, die im Herbst ausgestrahlt werden soll, aus mehreren Gründen auf. Zum einen deswegen, weil Melania Trump als Produzenten ausgerechnet den umstrittenen Filmemacher Brett Ratner ausgesucht hat. Dessen Karriere kam vor fünf Jahren zu einem abrupten Stillstand. Während der „#MeToo“-Bewegung hatten mehrere Frauen Ratner sexuelle Belästigung vorgeworfen. Bis dahin hatte er zu den Top-Produzenten in Hollywood gezählt, unter anderem als Regisseur der Filmreihe „X-Men“. 

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Seit dem Sex-Skandal meidet die Traumfabrik den 56-Jährigen aber wie die Pest. Doch das genügte nicht, um Melania abzuschrecken. Einige Entertainment-Experten begründen dies damit, dass die First Lady von ihrem Mann etwas Wichtiges gelernt hat: dass Skandale und kontroverse Entscheidungen Schlagzeilen machen und gut fürs Geschäft sind. In Trumps Fall für die politische Karriere, in Melanias Fall in Form von Werbung für die Doku.

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Melania Trump hüllt sich vor Erscheinen der Doku in Schweigen

Genau daran mag es auch liegen, dass Melania partout keine Einzelheiten über den Film preisgeben will. Bekannt ist daher nur, dass der Streifen „einen Blick hinter die Kulissen ihres Lebens werfen wird“. Ob das bedeutet, wie sie sich am 6. Januar 2021 verhalten hat, ist unklar. Angeblich weigerte sie sich ja, ihren Mann dazu aufzufordern, dass er mit einem TV-Auftritt oder wenigstens einem Tweet die Randalierer im Kapitol zurückpfeift. 

Genauso wenig will Melania sagen, ob der Film darüber Aufschluss gibt, wie sie den Wahlkampf, die Attentate auf Trump oder die Aussicht auf eine Rückkehr nach Washington verkraftet hat. Oder wie sie mit dem Prozess um angebliche Schweigegeldzahlungen an das Nacktmodell Stormy Daniels fertig geworden ist. „Die First Lady will nicht zu viel verraten, denn sie ist fest überzeugt, damit mehr Zuschauer für ihre autobiografischen Film gewinnen zu können“, sagt ein Hollywood-Beobachter.  

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First Lady Melania könnte Herzensangelegenheit neu beleben

Nebenbei hat sie Ambitionen, ihre Initiative „Be Best“ wieder zu beleben. Ziel der Kampagne, die von 2018 bis 2021 lief, war es, „Cyber-Bullying“, also Mobbing im Internet, einen Riegel vorzuschieben. Kritiker mokierten sich deswegen über Melanias Bemühungen, weil kein Geringerer als ihr eigener Ehemann der mächtigste und gemeinste aller Cyber-Mobber sei. Deswegen hatte „Be Best“ während der ersten Amtszeit des Immobilienunternehmers weder bei Streamingdiensten noch sozialen Medien ein positives Echo gefunden. 

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Also hat sich die First Lady diesmal mit Medienstrategen und Kommunikationsberatern umgeben. Sie sollen helfen, die Initiative in ein vorteilhaftes Licht zu rücken. Wenig Zeit widmet sie hingegen dem Präsidenten selbst. Sowohl im Weißen Haus als auch dem Anwesen in Florida haben die Trumps ihre eigenen Privatquartiere. Häufig ist Melania aber in der Hauptstadt und Donald in seiner Wahlheimat. Oder umgekehrt. Auftritte an der Seite ihres Mannes sind manchmal politisch motiviert. So begleitete sie Donald zu dem Ball für die Gouverneure der 50 US-Bundesstaaten.

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Melania Trump agiert mit neuem Selbstbewusstsein

Auch spielt das frühere Model gelegentlich Tischdame für den mächtigsten Mann im Lande. Mal bei offiziellen Dinners im Weißen Haus. Bei anderen Anlässen in Mar-a-Lago, um neue Spender anzuwerben, politische Gäste zu unterhalten oder an einem Familienabend die Rolle der loyalen Stiefmutter für Trumps vier Kinder aus seinen ersten zwei Ehen zu übernehmen. 

Ganz selten begleitet sie den Präsidenten auch auf Reisen. Beispielsweise kurz nach seinem zweiten Amtsantritt, um Gebiete in North Carolina zu besuchen, die im Herbst vergangenen Jahres der tropische Sturm „Helene“ in Trümmer gelegt hatte. „Während der ersten Amtszeit war sie nicht annähernd so selbstbewusst wie heute“, sagte ein Melania-Intimus, der nicht namentlich zitiert werden wollte. 

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First Lady deutet gemeinsame Projekte mit Elon Musk an

Demnach sind ihre Handlungen und Auftritte manchmal von Pflichtbewusstsein und Gewissenhaftigkeit bestimmt. Andere Male agiert sie schlichtweg nach Lust und Laune. Weder lässt sie sich vom Präsidenten ihren Tagesablauf noch ihre politischen Ansichten diktieren. Das brachte Melania kürzlich in einem Fernsehinterview deutlich zum Ausdruck. „Ich will eine unabhängige First Lady sein“, sagte sie. 

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Und: „Ich habe meine eigenen Augen und meine eigenen Gedanken, und ich bin mit Donald nicht immer einer Meinung.“ Eine klare Meinung hat sie auch zu Elon Musk und dessen ständiger Präsenz in der Nähe ihres Mannes. „Es ist gut, dass Donald endlich einen Babysitter hat“, erklärte seine selbstbewusste Gattin. Auch sie könne sich vorstellen, demnächst gemeinsam mit dem Multimilliardär neue Projekte in Angriff zu nehmen.