Der Friedrich und der Lars duzen sich jetzt. Vor ein paar Tagen waren sie noch per Sie, jetzt sind sie sich menschlich nähergekommen. So hat es zumindest SPD-Chef Lars Klingbeil erzählt mit Blick auf den Kanzlerkandidaten und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz. Überhaupt, das Menschliche: Am Montag sind die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und Sozialdemokraten weitergegangen. Wer die jüngsten Interviews der wichtigen Akteure verfolgt hat, der bekam unweigerlich den Eindruck, dass inzwischen alle ganz gut miteinander können.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Nicht nur Klingbeil und sein Generalsekretär Matthias Miesch lobten die gute Atmosphäre. Selbst die Raufbolde Markus Söder und Alexander Dobrindt von der CSU beschworen den schwarz-roten Teamgeist. All das legt den Gedanken nahe, dass eine Strategie dahintersteckt: Wenn man schon inhaltlich nur schleppend vorankommt, soll das Publikum wenigstens das Gefühl haben, dass da Leute am Werk sind, die miteinander arbeiten wollen.

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Union und SPD: Beide Partner sind zum Erfolg verdammt

In der Sache freilich liegen die künftigen Partner noch meilenweit auseinander. Das gilt insbesondere für die Finanz- und Migrationspolitik. Gäbe es andere realistische Mehrheiten im Bundestag, hätten jeweils beide Themen das Potenzial, eine Koalitionsbildung unmöglich zu machen. Es gibt diese Mehrheiten aber nicht, deshalb sind Union und SPD zum Erfolg verdammt.

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Politik-Korrespondent Thorsten Knuf© Funke Foto Services | Reto Klar

Aus dem langen Siechtum der verblichenen Ampel-Koalition weiß man allerdings auch, dass ungeklärte Sachfragen in der Politik auf längere Sicht immer stärker sind als menschliche Sympathien. Also: Schön, dass sich der Friedrich und der Lars jetzt duzen und auch alle anderen miteinander können. Jetzt allerdings müssen sie zeigen, dass sie auch in der Lage sind, Kompromisse zu schließen und diese gemeinsam durchzuboxen.