Es gibt wenige Länder weltweit, die von einer solch großen Zahl an Katastrophen heimgesucht werden, wie Myanmar, das frühere Burma. Seit mehr als sieben Jahrzehnten toben dort bewaffnete Konflikte, seit mehr als sechs Jahrzehnten wird es fast durchgehend von einem brutalen Militärregime beherrscht.

Im April 2008 starben fast 85.000 Menschen, als der Zyklon Nargis das Land verwüstete. Jetzt hat ein Erdbeben das Land erschüttert, dessen Auswirkungen noch nicht absehbar sind. Zudem führt die Militär-Junta seit vier Jahren einen Krieg gegen eine Vielzahl aufständischer Gruppierungen und es scheint, als sei sie im Kampf um das eigene Überleben bereit, das Land zu vernichten. Dass es das Regime internationalen Hilfsorganisationen erschwert, ins Land zu kommen und seine Angriffe auf die Rebellengebiete trotz der Katastrophe fortsetzt, macht deutlich, wie ruchlos es ist.

Myanmar ergeht es wie Afghanistan, einem ähnlich geplagten Land. Das Interesse in den Ländern des globalen Nordens am Schicksal der Menschen dort ist gleich Null. Myanmar ist zu weit weg, kein Urlaubsland, und die Konfliktlage zu kompliziert. Dabei sollte es im ureigenen Interesse der demokratischen Staaten sein, dass sich in Myanmar die Kräfte durchsetzen, die das Land aus dem despotischen Würgegriff befreien wollen.
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Die autokratische Achse China-Nordkorea-Russland unterstützt das Regime nicht zufällig. Es ist ein wichtiger Verbündeter in der Region. Sollte sich an der chinesischen Grenze eine Demokratie etablieren – Myanmar schien zwischen 2011 und 2021 auf einem guten Weg dorthin – wäre das ein Schlag für die geopolitischen Bemühungen des großen Nachbarn China. Myanmar braucht Hilfe und Aufmerksamkeit. Nicht nur jetzt in der aktuellen Notsituation.






