Im Gazastreifen haben am Dienstag Hunderte Palästinenser für ein Ende des Krieges gegen Israel demonstriert. In spontanen Märschen forderten in Beit Lahia im Norden des Küstenstreifens einige Demonstranten nach Angaben von Augenzeugen auch ein Ende der Hamas-Herrschaft in dem weitgehend zerstörten Küstenstreifen. In Sprechchören skandierten vor allem junge Menschen: „Hamas raus!“ und „Hamas-Terroristen“.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Auch im nahegelegenen Dschabalija sowie in Chan Junis im Süden des abgeriegelten Küstengebiets kam es zu ähnlichen Protesten. Solche Demonstrationen gelten als selten im Gazastreifen. Die islamistische Hamas ist dafür bekannt, hart gegen Gegner vorzugehen.

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Protestaufrufe auf Telegram – auch Mittwoch soll demonstriert werden

Im Onlinedienst Telegram verbreitete sich am Dienstag mindestens ein Aufruf zum Protest. Ein Demonstrant sagte, er wisse nicht, wer die Demonstration organisiert habe. „Ich habe teilgenommen, um im Namen der Menschen eine Botschaft zu senden: Schluss mit dem Krieg.“ Der Mann, der aus Angst vor Repressalien nur seinen Vornamen Mohammed nannte, sagte weiter, er habe Mitglieder der Hamas-Sicherheitskräfte in Zivilkleidung gesehen, die den Protest auflösten. Am Dienstagabend wurde im Onlinedienst Telegram dazu aufgerufen, den Protest am Mittwoch in verschiedenen Teilen des Gazastreifens zu wiederholen.

Am Montag hatten Mitglieder der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) aus dem nördlichen Teil des Gazastreifens Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee veröffentlichte daraufhin Räumungsbefehle für Beit Lahia und Beit Hanun.

Israel hatte vor einer Woche seine massiven Luftangriffe auf Hamas-Ziele im Gazastreifen wieder aufgenommen, wo seit dem 19. Januar eine zwischen beiden Seiten vereinbarte Waffenruhe galt. Am vergangenen Mittwoch startete die israelische Armee zudem einen neuen Bodeneinsatz in dem Palästinensergebiet. Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will mit der Offensive nach eigenen Angaben den Druck auf die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas erhöhen, um die von ihr noch immer festgehaltenen Geiseln freizubekommen.

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Auch Proteste gegen Israels Regierung in Jerusalem

Auch in Israels Hauptstadt Jerusalem kam es erneut zu Protesten gegen die Politik der rechtsreligiösen israelischen Regierung. Vor dem Parlament demonstrierten Hunderte Menschen, während der neue Haushalt verabschiedet wurde. Nach Medienberichten kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei sowie mehreren Festnahmen. Seit dem Neubeginn des Gaza-Kriegs hatten sich auch die Proteste in Israel gegen die Regierung Netanjahus verschärft.

Aktuelle News aus dem Nahen Osten

Der Krieg im Gazastreifen war durch den Überfall der Hamas und mit ihr verbündeter Palästinensergruppen auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden, bei dem mehr als 1210 Menschen getötet wurden. Israel startete daraufhin einen großangelegten Militäreinsatz im Gazastreifen, bei dem nach Hamas-Angaben mehr als 50.000 Menschen getötet wurden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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jst/dpa, AFP