Es war zuletzt auffallend still geworden um Markus Söder. Ganz so, als würde der CSU-Chef und bayrische Ministerpräsident seinem Allzeit-Rivalen Friedrich Merz die Mühen der Koalitionsbildung nur zu gerne allein überlassen. Doch am Dienstag meldete sich Söder sichtbar auf der Bundesbühne zurück - unfreiwillig und mit einer unangenehmen Nachricht: Sein Wunschkandidat für das Amt es Landwirtschaftsministers, der bayrische Bauernpräsident Günther Felßner, ist aus dem Rennen. Er nimmt sich selbst raus.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Es war wieder so eine typische Söder-Sache: Bayern wartet nicht ab, sondern legt sein politisches Handtuch schon mal auf eins der Ministerien in Merz‘ künftigem Kabinett. Und sagt auch schon, wer’s machen soll: Günther Felßner galt in den Augen der CSU als optimaler Kandidat. Ein Mann vom Fach, ein Mann, der auch bei den Anhängern der Freien Wähler Respekt genießt. Söder konnte mit Felßner ganz nebenbei Hubert Aiwanger, seinem Widersacher in der Koalition, die Show stehlen.

Felßner galt auch dann noch als gesetzt, als klar war, dass er den Einzug in den Bundestag verpasst hatte. Doch seit Dienstag steht fest: Aus dem Ministeramt wird nichts. Felßner geht nicht nach Berlin. Laut bayrischen Medien war schon seit Tagen über die Personalie gemunkelt worden. Dann ging alles ganz schnell: In einer Pressekonferenz in München gab Felßner eine persönliche Erklärung ab – eine Stunde später trat Söder selbst vor die Mikrofone.
Markus Söder: Traurig - und empört über Attacken auf Felßner
Felßner, sagt Söder, sei ein echtes Ass. Ein großartiger Typ also. „Deshalb bin ich traurig.“ Er sagt das gleich zweimal. „Ich bedauere die Entscheidung und respektiere sie.“ Aber er betont auch, wie empört er ist - über die Attacken auf Felßner, seine Familie, seinen Hof in Bayern.
Denn genau das ist die offizielle Begründung für Felßners Nein zu einer Ministerkarriere: Breite Proteste von Umwelt- und Tierschützern gegen Felßners mögliche Kür, die am Montag in einer Aktion auf Felßners Hof gipfelten. Aktivisten der Organisation „Animal Rebellion“ protestierten direkt auf dem Gelände – die Polizei ermittelt nach Angaben eines Sprechers wegen Verdachts auf Hausfriedensbruch.
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Zudem starteten die Organisation Campact und das Umweltinstitut München jeweils Online-Petitionen gegen eine Ernennung Felßners zum Bundesagrarminister: Felßner vertrete einseitig die Interessen der Agrarindustrie, er wolle Klimaschutzmaßnahmen abschaffen, sei ein Umweltsünder und leugne die Gefährdung der Artenvielfalt durch Pestizide.
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Und nun? Erwartet wird, dass die CSU in einem künftigen schwarz-roten Kabinett Anspruch auf drei Ministerien erheben könnte. Mindestens zwei davon dürften an Mitgliedern der Landesgruppe im Bundestag gehen. Als gesetzt etwa gilt die CSU-Politikerin Dorothee Bär, auch Landesgruppenchef Alexander Dobrindt wird immer wieder Interesse an einem Ministerposten nachgesagt.
Söder machte am Dienstag klar, dass die CSU weiterhin das Landwirtschaftsministerium besetzen will. „Das steht außer Zweifel.“ Wer nach Felßners Rückzug Minister oder Ministerin werde, das sei aber völlig offen. „.Das wird ganz am Ende entschieden, wie alle anderen.“ Und, kleiner Gruß nach Berlin: Die Entscheidung treffe der Parteivorsitzende, „und ich habe mit mir noch nicht geredet“.







![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


