Die letzten Worte dieses Abends bei „Hart aber fair“ sind die stärksten.
„Ich habe wenig Hoffnung, es wird immer mehr auf mich, auf uns herab geschaut“, sagt Sasa Zatata. Sie ist chronisch krank und lebt mit ihrem Mann, der sie pflegt, und ihrer Tochter von Erwerbsminderungsrente, Bürgergeld und Pflegegeld. Es ist ein Leben voller Ängste und Abhängigkeiten, von dem sie erzählt, eins, in dem sie am Ende des Monats hofft, noch Lebensmittel im Kühlschrank zu haben, eins, in dem sie bangt, dass Kühlschrank oder Waschmaschine nicht den Geist aufgeben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die aktuelle politische Debatte – im Rahmen der Koalitionsverhandlungen wird darüber gesprochen, Mitwirkungspflichten und Sanktionen zu verschärfen, unter engen Voraussetzungen gar einen vollständigen Leistungsentzug zu ermöglichen – empfindet sie als „unfassbar polemisch“. „Es wird suggeriert, dass ein kleiner Prozentsatz die Mehrheit ist“, so Zatata.
„Hart aber fair“: Das waren die Gäste
- Andreas Bovenschulte (SPD), Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen
- Tilman Kuban (CDU), Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Wirtschaftsausschusses
- Heidi Reichinnek (DIE LINKE), Fraktionsvorsitzende im Bundestag
- Isabel Grupp-Kofler, Unternehmerin Kunststoff-Firma Plastro Mayer GmbH
- Anna Mayr, Journalistin im Hauptstadtbüro „Die Zeit“
- Tobias Exner, Bäckermeister mit Filialen in Berlin und Brandenburg
- Sasa Zatata, Bezieherin von Erwerbsminderungsrente und Bürgergeld
Doch auch an diesem Abend dreht sich ein Großteil der Diskussion dann um diesen „kleinen Prozentsatz“ der Gruppe der Bürgergeldempfänger- und -empfängerinnen, die arbeiten könnten, aber nicht wollen. Isabel Grupp-Kofler ist Unternehmerin und bringt immer wieder lautstark den „Groll in der Gesellschaft“ an. Der entstehe, so ihre These, weil „das System ausgenutzt wird“, etwa durch zusätzliche Schwarzarbeit neben dem Empfang von Sozialleistungen oder durch Betrug.
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Dass genau das ein „Mechanismus ist, wenn Zeiten ‘härter werden’“, erklärt die Journalistin Anna Mayr. Gerade dann nämlich schaue man besonders gerne auf diejenigen, die „falsch“ seien, um sich des eigenen Lebens zu vergewissern, weil man ja selbst „kein Bürgergeld bezieht“.
SPD-Politiker bei „Hart aber fair” in der ARD: Mit Bürgergeld kein „schönes Leben“
Andreas Bovenschulte (SPD) ist Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen. Er glaubt, dass ein Großteil der arbeitslosen Menschen gerne arbeiten würde, „weil es kein schönes Leben ist“. Doch die Jobcenter sind überlastet, die Qualifikationen vielleicht nicht vorhanden, die Arbeitsplätze nicht dort, wo die Menschen leben.
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Wie man all diese Probleme angehen will, wird auch an diesem Abend nicht besprochen. Einzig Mayr und Heidi Reichinnek (Die Linke) versuchen das Gespräch immer mal wieder in diese Richtung zu lenken – allerdings ohne Erfolg.
Und so bleibt es ein Abend, der ohne Vorschläge auskommt, dafür aber viele bekannte Bilder wiederholt. „Jeder, der arbeiten geht, hat am Ende des Monats mehr in der Tasche“, sagt Sasa Zatata. „Die meisten Menschen sind nicht freiwillig in der Situation und wollen da raus.“ Dass dem nicht so sei, sei ein Bild, dass von der Politik und den Medien gezeichnet werde.





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