Ein Wort bringt die Diskussion bei „Maischberger“ zum Knistern: Faschismus. Es ist Tilo Jung, Journalist und Moderator von „Jung & Naiv“, der den Begriff an diesem Mittwochabend wie ein Schlagwort in den Raum wirft. „Ich finde, da treffen sich zwei Faschisten“, sagt er mit Blick auf das Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Wladimir Putin. Eine Aussage, die im Studio nicht unwidersprochen bleibt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Neben Jung diskutieren Generalinspekteur der Bundeswehr Carsten Breuer, der Militärexperte und Politikwissenschaftler Carlo Masala, Fernsehmoderator Johannes B. Kerner und Kerstin Münstermann, Leiterin des Parlamentsbüros der „Rheinischen Post“. Doch während die Militärexperten die sicherheitspolitischen Konsequenzen nüchtern einordnen, entwickelt sich im Panel eine hitzige Auseinandersetzung um politische Begriffe und deren Tragweite.
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Bundeswehr-Chef bei „Maischberger“: „Russland bereitet sich auf einen großen Krieg vor“
Für Jung ist die Lage eindeutig: „Faschismus ist per se Antidemokratie, das Gegenteil von Demokratie.“ In Trump und Putin sieht er zwei Männer, die die Welt unter sich aufteilen wollen. „Das ist eine große Niederlage für Europa.“ Kerstin Münstermann widerspricht – zumindest in Teilen. „Ich sehe in den USA noch keinen Faschismus“, sagt sie und mahnt zur Differenzierung.
Auch Johannes B. Kerner hält dagegen: „Die NATO ist nicht tot, sie ist größer geworden.“ Doch Jung bleibt bei seiner Linie: „Wir erleben gerade einen Kampf zwischen Faschismus und Demokratie.“ Eine Zuspitzung, die in der Sendung immer wieder auf Widerstand stößt.
Während das Panel streitet, bleiben Breuer und Masala bei der militärischen Lage sachlich – und besorgniserregend. „Putin sitzt am längeren Hebel“, sagt Masala. Trump wolle eine schnelle Lösung, doch das gebe Russland die Möglichkeit, Bedingungen zu diktieren. Die Gefahr, dass Russland seine territorialen Ambitionen über die Ukraine hinaus ausweitet, hält Breuer für real: „Russland bereitet sich auf einen großen Krieg vor.“
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Die Zukunft der NATO: Ein fragiles Bündnis
Erschreckende Details liefert Breuer aus der Ukraine. „Dort gibt es zwei Speisekarten: eine für ‚mit Strom‘ und eine für ‚ohne‘.“ Ein Bild, das verdeutlicht, wie tiefgreifend der Krieg in den Alltag eingreift. Und ein Krieg, der nicht an den Grenzen der Ukraine endet, wie Breuer warnt: „So sehr wir uns die Beendigung des Ukraine-Krieges wünschen – sie wird nicht dazu führen, dass wir wieder Frieden auf dem europäischen Kontinent haben.“
Dass die NATO handlungsfähig bleibt, ist für Masala nicht selbstverständlich. „Wenn das größte Allianz-Mitglied infrage stellt, warum man Europa verteidigen soll, dann rüttelt das an den Grundfesten der Allianz.“ Auch Sabotageakte und Spionage in Deutschland zeigen für Breuer, dass Russland längst hybriden Krieg führt. „Wir sehen Drohnen über Chemieparks. Es geht darum, Zugänge zu verschaffen und Verunsicherung zu schaffen.“
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Verbrechen an Gisèle Pelicot: Für die Tocher ein persönliches Drama
Am Ende der Sendung verlässt „Maischberger“ die große Weltpolitik und wendet sich einem erschütternden Einzelschicksal zu. Caroline Darian spricht über das Verbrechen an ihrer Mutter Gisèle Pelicot, die über Jahre hinweg von ihrem Ehemann und bis zu 80 weiteren Männern betäubt und vergewaltigt wurde. „Es ist der Durchschnitt der Gesellschaft, zwischen 20 und 70 Jahre alt“, stellt ARD-Moderatorin Maischberger fest: Ein Feuerwehrmann, ein Krankenpfleger, Studenten, Rentner, ein Informatiker, Familienväter.
Darian schildert die Unerträglichkeit des Prozesses und die geringe Einsicht der Täter. „Wir waren den Blicken ausgesetzt“, beschreibt sie die Tage vor Gericht. „Die meisten haben nicht sofort eingestanden, was sie getan haben.“ Überführt wurden sie schließlich durch Videoaufnahmen, die ihr Vater angefertigt hatte.
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Pelicot: „Dieser Vater ist für mich gestorben“
Während Dominique Pelicot – sie nennt ihren Vater bei seinem Vornamen - zur Höchststrafe von 20 Jahren Haft verurteilt wurde, lägen die Strafen für die übrigen Sexualstraftäter „weit unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft“. Es gäbe für sie eine Zeit davor und danach: „Dieser Vater ist am 2. November 2020 für mich gestorben. Das war ein Manipulator, jemand, der gelogen hat. Er war bestimmt der größte Sexualverbrecher der letzten 20 bis 30 Jahre.“
Darian ist sicher, dass sie auch von ihrem Vater vergewaltigt wurde. Er wiederum gibt das nicht zu. „Ich habe die Entscheidung getroffen, Klage zu erheben, dass man auch in Bezug auf mich schaut, was mein Erzeuger an mir verübt hat.“ Es gebe Bilder, auf denen sie sediert sei.
Es ist ein schwerer Abend bei „Maischberger“, der den Zuschauerinnen und Zuschauer viel abverlangt. Zwischen der fundamentalen Bedrohung durch einen möglichen großen Krieg und der Erschütterung über persönliche Tragödien bleibt eine Erkenntnis: Demokratie ist nichts Selbstverständliches – weder im Großen noch im Kleinen.







