Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge eine Bodenoffensive im Gazastreifen begonnen. Ziel sei es, eine Pufferzone
zwischen dem Norden und dem Süden des Gebiets zu schaffen, teilte das israelische Militär mit. Bodentruppen hätten als Teil der Offensive auch ihre Kontrolle im sogenannten Netzarim-Korridor ausgeweitet, hieß es weiter. Dieser teilt den Küstenstreifen in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Israelische Soldaten seien bis zur Mitte des strategisch bedeutsamen Korridors vorgerückt.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Im Februar hatte Israels Armee sich als Teil der Waffenruhe-Vereinbarung mit der Hamas, abgesehen von einem ein Kilometer breiten Gebiet unmittelbar an der Grenze zu Israel, aus dem Netzarim-Korridor zurückgezogen. Damit konnten Palästinenser, die infolge des Krieges aus den Städten des Nordens in den Süden vertrieben wurden, in großer Zahl in ihre Wohnorte zurückkehren. Die Auswirkungen auf die Bewegung der Bewohner des Gazastreifens waren zunächst unklar. Die Bodentruppen seien in den vergangenen 24 Stunden im Zentrum sowie im Süden des Gazastreifens im Einsatz gewesen, teilte Israels Armee weiter mit. Das israelische Militär will eigenen Angaben mit Hilfe der „gezielten Bodeneinsätze“ auch eine nicht weiter beschriebene „Sicherheitszone“ erweitern.
In der Nacht zum Dienstag hatte die israelische Luftwaffe erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor rund zwei Monaten wieder verstärkt Ziele im Gazastreifen bombardiert. Dabei wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde bislang mindestens 436 Menschen getötet, darunter 183 Minderjährige und 94 Frauen. Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten und lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren.
- Um Vorurteile abzubauen: Jüdin lernt Arabisch – „Sie dachten, ich sei vom Geheimdienst“
- FUNKE Podcast: Nahost in der Sackgasse von Gewalt und politischem Versagen
- Geologe liefert Analyse: Tunnel-Experte hält Gazastreifen für langfristig unbewohnbar
- WHO: Gesundheitswesen im Gazastreifen dem Zusammenbruch nahe
UN-Mitarbeiter in Gaza getötet – „kann kein Unfall sein“
Unterdessen wurde bekannt, dass bei einem Angriff auf eine UN-Einrichtung in Gaza mindestens ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet wurde. Mindestens fünf weitere Menschen seien verletzt worden, einige davon schwer, sagte der Exekutivdirektor des Büros für Projektdienste (Unops), Jorge Moreira da Silva, in Brüssel.
Bereits in den vorigen Tagen habe es Einschläge in der Nähe und auf dem Gelände gegeben, weshalb die Organisation den Kontakt zu den israelischen Streitkräften aufgenommen habe. „Das kann kein Unfall sein“, sagte Moreira da Silva. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa hatte zuvor von „Dutzenden von Toten und Verletzten“ durch israelische Luftangriffe berichtet, nannte aber keine genaue Zahl.
Auch interessant
UN-Mitarbeiter tot – Todesursache wohl noch unklar
Moreira da Silva zufolge handelt es sich um eine frei stehende Anlage, die beim israelischen Militär gut bekannt ist. Was für eine Art Geschoss sie getroffen habe, sei noch unklar. Angriffe auf humanitäre Einrichtungen verurteilte er als einen Verstoß gegen internationales Recht. Die Unops sind in Gaza unter anderem für die Beseitigung von Minen im Einsatz. Einen Unfall in diesem Zusammenhang schloss Moreira da Silva aus.
Die israelische Armee hatte die Berichte zunächst dementiert. „Entgegen den Berichten hat die israelische Armee kein UN-Gebäude in Deir al-Balah angegriffen.“ Man rufe die Medien zu Vorsicht mit Blick auf unbestätigte Berichte auf.
dpa/daw





