US-Behörden haben eine Universitätsdozentin trotz gültigem Visum und entgegen einer richterlichen Anordnung abgeschoben. Wie mehrere US-Medien unter Berufung auf die Anwälte der Betroffenen übereinstimmend berichten, wurde der Medizinerin nach einem vorübergehenden Heimat-Aufenthalt im Libanon die erneute Einreise in die USA verwehrt. Stattdessen wurde sie nach 36 Stunden in Haft in ein Flugzeug nach Paris gesetzt.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Bei der Dozentin soll es sich um Dr. Rasha Alawieh handeln. Eine Spezialistin für Nieren-Transplantationen, die unter anderem an der renommierten Brown University forscht und dort arbeiten sollte. Alawieh soll zunächst mit einem Studenten-Visum in den USA gewesen sein. Während ihres Aufenthalts im Libanon beantragte sie ein sogenanntes H-1B Visum für hoch qualifizierte Fachkräfte und erhielt dieses auch. Warum Grenzbeamte sie am Donnerstag nicht erneut einreisen ließen, ist unklar.

Auch interessant

Einreise in die USA: Zwischenfälle häufen sich – Uni-Leitung reagiert

Zudem widersetzen sich die Behörden laut „New York Times“ gegen eine gerichtliche Anordnung. Ein Bundesrichter hatte verfügt, dass die Grenzbeamten das Gericht 48 Stunden vor einer geplanten Abschiebung von Alawieh in Kenntnis setzen müssen. Das geschah laut dem Richter Leo T. Sorokin aus Massachusetts nicht.

Die Grenzbehörden weigerten sich bislang Medienanfragen zu dem Fall zu beantworten. Am Montag soll sich ein Gericht weiter damit befassen. Familienmitglieder haben inzwischen gegen Alawiehs Abschiebung geklagt und versuchen, sie in die USA zu holen.

News aus den USA

Seit Donald Trumps Amtsantritt häufen sich Meldungen über Touristen und Migranten, die ins Visier von Grenz- und Sicherheitsbehörden geraten. Die Brown University hat inzwischen ausländischen Studentinnen und Studenten nahegelegt, geplante Reisen ins Ausland während der Semesterferien zu überdenken. Offenbar hält die Universitätsleitung eine erneute Einreise in die USA nicht für gewährleistet.

lro