Geld zu haben ist die eine Sache – vorhandenes Geld sinnvoll auszugeben eine ganz andere. Die künftige Regierungskoalition aus Union und SPD verschafft dem Land mithilfe der Grünen ein gigantisches, schuldenfinanziertes Sondervermögen zur Ertüchtigung der maroden Infrastruktur. 500 Milliarden Euro sollen im Zeitraum von zwölf Jahren für zusätzliche Investitionen bereitstehen. Für diesen Dienstag ist die Abstimmung im Bundestag geplant.
Infrastruktur-Ausbau: Wenn Personal fehlt, steigen die Preise
Die eigentliche Aufgabe ist damit aber noch lange nicht erledigt: Die vielen sanierungsbedürftigen Straßen, Brücken, Schienenwege, Schulgebäude und Versorgungsnetze können nur dann auf den neuesten Stand gebracht werden, wenn es auch genügend Leute gibt, die das tun. Deutschland wird in den kommenden Jahren Fachkräfte ohne Ende brauchen. Das war auch bisher schon bekannt, nun dürfte sich die Situation noch einmal dramatisch verschärfen.
Durch den demografischen Wandel schrumpft das Angebot an Arbeitskräften. Wenn Bauwirtschaft, Planungsbüros, Dienstleister und Genehmigungsbehörden ihre Kapazitäten nicht im großen Stil ausweiten, werden etliche Projekte liegenbleiben und lediglich die Preise in die Höhe schießen.

Deshalb ist es zwingend, dass die künftigen Koalitionäre ihre Investitionspläne auch mit einer Fachkräfte-Offensive verknüpfen. Das wird kein leichtes Unterfangen, es geht hier auch um Migrations- und Gesellschaftspolitik. Deutschland muss in Sachen Fachkräfte endlich alle Register ziehen: Mehr qualifizierte Zuwanderung, eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, mehr Aus- und Weiterbildung, eine längere Lebensarbeitszeit für jene, die können und wollen – darum geht es. Wenn Union und SPD hier nicht liefern, sind alle anderen Vorhaben zum Scheitern verurteilt.



