Ein Waffenstillstand in der Ukraine ist näher gerückt, aber längst noch nicht beschlossene Sache. Am Donnerstagnachmittag hat auch Russlands Präsident Wladimir Putin im Prinzip zugestimmt. Der Kremlchef hat allerdings Diskussionsbedarf. Berücksichtigt müsse man die „tieferliegenden Ursachen“ des Konflikts. Eine solche Waffenruhe müsse „zu einem dauerhaften Frieden führen und die tieferliegenden Ursachen dieser Krise angehen“, sagte Putin. Und dankte US-Präsident Donald Trump für die Initiative zur Beendigung des Krieges.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Es müssten noch einige offene Punkte geklärt werden. Vor allem geht es um die Situation in der russischen Region Kursk. Das ukrainische Militär dort ist in der Defensive, russische Truppen haben wohl die Stadt Sudscha zurückerobert. Videos militärnaher Blogger zeigen russische Soldaten im Stadtzentrum. Die russische Flagge sei auf dem Gebäude der Stadtverwaltung gehisst, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf einen Kommandeur. Für die Ukraine könnte die Waffenruhe von Vorteil sein, so Putin. Während dieser Zeit sei es möglich, Waffen zu erhalten und Rekruten zu mobilisieren. Hinzu komme die Frage: Wie könnte ein Waffenstillstand kontrolliert werden?
Russland: Trumps Sondergesandter soll Waffenruhe verhandeln
Trotz dieser prinzipiellen Zustimmung: Nach wie vor gibt es in Moskau viel Skepsis in Sachen Waffenruhe. So kritisiert Putin-Berater Juri Uschakow, diese würde der ukrainischen Armee nur eine Atempause verschaffen. Niemand brauche Maßnahmen, die friedliche Handlungen nur vortäuschten. Russland brauche langfristige Vereinbarungen, die seine Interessen und Vorbehalte berücksichtigten. Uschakow kündigte ein Treffen des russischen Präsidenten mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff für Donnerstagabend an. Es werde eine Unterredung hinter verschlossenen Türen geben, so die regierungsnahe Zeitung „Iswestja“ unter Berufung auf Uschakow.
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Insgesamt kommt in die Verhandlungen über einen möglichen Frieden Bewegung. Hochrangige Berater von Putin und US-Präsident Donald Trump hätten sich bereits telefonisch ausgetauscht, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Juri Uschakow sei mit Trumps Sicherheitsberater Mike Waltz in Kontakt. „Wir sind bereit, über die Initiativen zu diskutieren, die bei künftigen Kontakten mit den Amerikanern vorgestellt werden. Solche Kontakte sind heute möglich“, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.
Ukraine-Krieg: Russland wird von Forderungen nicht abrücken
Putin wird allerdings kaum von seinem „Friedensplan“ abrücken. Dieser ist von Anfang an unverändert. Die Kontrolle über die besetzten Gebiete, keinen NATO-Beitritt der Ukraine, das hat Trump ihm bereits zugestanden. Aber Russland will auch die faktische Demilitarisierung des Nachbarlandes. Nur 85.000 Mann solle die ukrainische Armee umfassen, so Russlands Position bei den gescheiterten Verhandlungen kurz nach Kriegsbeginn in Istanbul. Für die Ukraine ist das fast unannehmbar.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
In den Verhandlungen mit den USA geht es Russland aber auch um Wirtschaftsfragen – insbesondere um Aufhebung von Sanktionen. US-Präsident Donald Trump hat Russland mit härteren Sanktionen gedroht, allerdings auch die Aussicht auf Lockerungen gestellt, sollte die Regierung in Moskau einen Schritt auf die Ukraine zugehen.









