- In der Ukraine sind Minen und Blindgänger eine große Gefahr
- Um sie zu entschärfen, wird auch eine gigantische Drohne eingesetzt
- Entwickelt hat sie ein Unternehmen aus Kiew, das eigentlich Geräte für die Landwirtschaft baut
Sie sind explosive Hinterlassenschaften des Krieges, die auch dann noch für Opfer sorgen könnten, wenn die Kämpfe längst vorbei sein: Minen und Blindgänger. In der Ukraine sind sie bereits jetzt ein großes Problem. Denn in Gebieten nahe der Front können Landwirte ihre Felder zum Teil nur unter Lebensgefahr bestellen. Jeder Schritt könnte ihr letzter sein, unter jedem Stück Erde könnte der Tod lauern. Immer wieder kommt es zu Explosionen – laut der internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen war die Ukraine 2023 weltweit das Land mit den viertmeisten Minenopfern.
Kriegsreporter Jan Jessen begleitete in seinem Podcast „Im Krisenmodus“ eine Einheit Minenräumer. Die aktuelle Folge hören Sie hier:

Kampf gegen Minen: Ukrainischer Unternehmer baut gewaltige Minenräum-Drohne
Und so wurde Prykhodchenko kreativ. Mit seinem Team funktionierte er einen Traktor um, sodass er komplett ferngesteuert fahren kann. Aus dem Fahrzeug, das einst Felder bestellte, wurde eine gewaltige Minenräum-Drohne. Deren Funktion ist denkbar einfach: An einer Walze befestige das Team Stahlschlegel, die bei der Fahrt auf den Boden trommeln. Werden Minen oder Blindgänger getroffen, explodieren sie. Das Fahrzeug bleibt dabei unbeschädigt. Und verletzt wird auch niemand – weil niemand an Bord ist.

„Die einzige wirkliche Lösung bestand darin, die Personen vollständig aus dem Fahrzeug zu entfernen, um absolute Sicherheit zu gewährleisten“, erklärt Prykhodchenko. Ein weiterer Vorteil: In fast jedem Dorf gibt es Menschen, die Traktoren warten können. Und sollte der Krieg enden, können Landwirte die Umbauten entfernen und die Traktoren wieder für ihre normale Arbeit einsetzen. Allein der Preis für eine Minenräum-Drohne sorgt noch für Probleme: Rund 130.000 Euro sind zwar deutlich weniger, als für herkömmliche Minenräumfahrzeuge fällig wäre – aber doch noch immer eine stolze Summe.
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Deswegen setzt die Firma von Prykhodchenko auch auf die Produktion von kleineren Fahrzeugen. Vor der Fabrikhalle steht eine Maschine, die wie ein großer Rasenmäher auf Ketten aussieht. Im Prinzip funktioniert sie auch so. „Pioniere hatten uns Bilder geschickt, wie sie beim Minenräumen die dichte Vegetation selbst schneiden müssen“, erzählt der Firmenchef. Die Minenräumer sehen oft nicht, was unter dem Gras oder Büschen liegt, das kann zur Gefahr werden. Im Kampf gegen die Minen kann nun aber der „Rasenmäher“ eingesetzt werden – und so Leben retten.





