Also doch: Donald Trump macht seine Drohung wahr und stoppt die US-Militärhilfen für die Ukraine. Er will Wolodymyr Selenskyj für seine Unbotmäßigkeit bestrafen und ihm einen Friedensvertrag aufzwingen, der de facto nur eine zeitweilige Waffenruhe zu Moskaus Bedingungen wäre. Dass Trump dieses Druckmittel für seinen eiligen Diktatfrieden einsetzen würde, war befürchtet worden. Überraschen muss die nackte Brutalität, mit der er vorgeht.
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Donald Trump macht mit Unterlegenen keine Deals
Der ukrainische Präsident bekommt als Erster einen Irrtum zu spüren, dem viele Europäer unterliegen: Dass Trump ein Dealmaker sei, dem man nur clever entgegenkommen müsse, um sich zu verständigen. Hatte Selenskyj nicht selbst die ukrainischen Bodenschätze ins Spiel gebracht? Die nimmt Trump gern – aber er will nichts dafür geben. Denn mit Unterlegenen will der US-Präsident keine Deals machen. Trump honoriert keine Angebote. Er fordert öffentliche Unterwerfung. Selenskyjs neuer Vorschlag für eine Waffenruhe in der Luft ist ein Versuch, dem noch einmal zu entgehen. Aber sein Spielraum ist gering.

Sicher, die Ukraine wird einige Monate gut ohne neue US-Raketen überstehen. Dann aber wird es schwierig. Dass die Europäer jetzt das Signal senden, sie könnten ihre Waffenlieferungen ausweiten, ist für die Ukraine zwar eine Ermutigung. Aber noch gibt es nichts, worauf Selenskyj bauen könnte: Hinter der Ankündigung der EU-Kommission verbirgt sich ein wackliger Finanzierungsvorschlag mit Taschenspielertricks. Die Frage, wo all die Waffen so schnell herkommen sollen, ist damit nicht beantwortet. Wenn Europa Selenskyj wirklich vor der Niederlage bewahren will, wird es umgehend sehr viel mehr tun müssen.





