Kurz nach Inkrafttreten zusätzlicher US-Zölle auf Einfuhren aus China hat die chinesische Regierung ihrerseits Strafzölle auf mehrere landwirtschaftliche Produkte aus den USA angekündigt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Das Finanzministerium in Peking erklärte am Dienstag, auf Hühnerfleisch, Weizen, Mais und Baumwolle aus den USA würden zusätzliche Zölle in Höhe von 15 Prozent erhoben – auf Einfuhren von Sorghumhirse, Sojabohnen, Schweinefleisch, Rindfleisch, Fischereierzeugnisse, Obst, Gemüse und Milchprodukte Zölle in Höhe von zehn Prozent. Dies erfolge, da die US-Regierung mit ihrem „unilateralen Vorgehen“ das „multilaterale System des Welthandels“ untergrabe und „die Grundlagen der wirtschaftlichen und handelspolitischen Zusammenarbeit zwischen China und den USA“ schwäche.

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Trump verdoppelt Importzölle aus China

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor per Dekret angeordnet, die im Februar angeordneten Importzölle auf Waren aus China zu verdoppeln. Die Strafabgaben würden von 10 Prozent auf 20 Prozent erhöht, hieß es in einer entsprechend angepassten Anordnung, die das Weiße Haus veröffentlichte. Diese sollen Trump zufolge am Dienstag in Kraft treten. Der Republikaner begründete die Maßnahme damit, dass die in China hergestellte Droge Fentanyl weiter in die USA geschmuggelt werde. 

Die US-Regierung hatte Anfang Februar Zölle in Höhe von 10 Prozent auf alle Waren aus China verhängt – zusätzlich zu Zöllen, welche die USA bereits vorher verhängt hatten. Peking reagierte mit Gegenzöllen in Höhe von 15 Prozent auf Kohle und verflüssigtes Erdgas aus den USA. Für Öl und landwirtschaftliche Maschinen aus den Vereinigten Staaten wurde ein Zusatzzoll von 10 Prozent verhängt. 

Der neuerliche Schritt Trumps kommt nicht überraschend. Er hatte schon mehrfach in Aussicht gestellt, die Zölle auf 20 Prozent zu erhöhen – und China drohte bereits vorsorglich mit Gegenmaßnahmen. Die beiden größten Volkswirtschaften drohen auf einen neuen Handelskrieg wie 2018 zuzusteuern, als Trump in seiner ersten Amtszeit ebenfalls mit der Verhängung von Zöllen einen Konflikt auslöste.

Eine Avocado aus Mexiko. Experten erwarten, dass ausländische Produkte für amerikanische Kunden teurer werden.
Eine Avocado aus Mexiko. Experten erwarten, dass ausländische Produkte für amerikanische Kunden teurer werden.© Getty Images via AFP | JUSTIN SULLIVAN

Die chinesische Regierung meldete sich wenige Stunden nach Trumps Ankündigung zu Wort: „China ist damit sehr unzufrieden und lehnt dies entschieden ab. Es wird Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine eigenen Rechte und Interessen entschlossen zu schützen“, erklärte ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking bereits am Dienstag (Ortszeit). 

Zölle auf Waren aus Mexiko und Kanada ab Mitternacht

Ab Mitternacht sollten auch die Strafzölle auf Waren aus Kanada und Mexiko gelten. „Sie treten morgen in Kraft“, sagte Trump am Montag in Washington auf die Frage, ob es noch eine Chance auf eine Einigung gebe. Es gebe keinen Spielraum für die beiden Nachbarländer, noch eine Lösung zu finden, so der Republikaner. 

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Anfang Februar hatte Trump sich nur wenige Stunden vor dem Inkrafttreten angedrohter Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren aus Mexiko und Kanada auf Zugeständnisse der Nachbarn vor allem bei der Grenzsicherung eingelassen. Dafür schob er die Handelsbeschränkungen für mindestens 30 Tage auf. Damit konnte ein nordamerikanischer Handelskrieg mit ungewissen Folgen für die Weltwirtschaft vorerst abgewendet werden.

Kanada stellt Gegenzölle vor

Wenige Stunden vor Inkrafttreten der US-Zölle erklärte Kanadas Premierminister Justin Trudeau, kontern zu wollen: „Sollten die amerikanischen Zölle heute Nacht in Kraft treten, wird Kanada ab (..) 0:01 Uhr Ostküstenzeit mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf amerikanische Waren im Wert von 155 Milliarden Dollar reagieren.“

Zunächst gelte es nur für Waren mit einem Gesamtwert von 30 Milliarden Dollar, hieß es in der Mitteilung. Nach 21 Tagen werde diese Zahl auf insgesamt 155 Milliarden Dollar erhöht. „Sollten die US-Zölle nicht eingestellt werden, führen wir aktive und laufende Gespräche mit Provinzen und Territorien, um mehrere nichttarifäre Maßnahmen zu ergreifen“, so Trudeau. Dies könnte mutmaßlich eine Einschränkung oder gar den Stopp von Öl-Exporten in die USA bedeuten – eine Maßnahme, die die Vereinigten Staaten hart treffen würde.

Börsenhändler an der New Yorker Börse am Montagnachmittag.
Börsenhändler an der New Yorker Börse am Montagnachmittag.© Getty Images via AFP | Spencer Platt

Der amerikanische Börsenindex Dow Jones sackte am Montagnachmittag auf den niedrigsten Wert seit Trumps Amtseinführung am 20. Januar ab. Der Nasdaq-Index, der sich überwiegend aus Unternehmen der Tech-Branche zusammensetzt, fiel sogar auf den niedrigsten Wert seit der US-Wahl Anfang November.

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Experten erwarten, dass amerikanische Kunden die Zölle auf ausländische Waren zu spüren bekommen, weil Unternehmen diese Mehrzahlungen direkt auf die Preise im Supermarkt draufschlagen könnten.

mein mit dpa