Merz-Schuldenplan: Wirtschaftsweise spricht von „Satire“
Die Wirtschaftsweisen sind uneins über die Notwendigkeit weiterer Sondervermögen: Während Monika Schnitzer darauf dringt, sieht Veronika Grimm dies kritisch. „Es braucht ein klares Signal an Moskau und Washington, dass Europa, dass Deutschland, die Ukraine nicht alleine lassen und dass wir unsere Verteidigungsbereitschaft schnell und massiv stärken“, sagte Schnitzer der „Rheinischen Post“ vom Dienstag. In der aktuellen Situation werde dies nur über ein neues Sondervermögen Verteidigung oder ein Aufstocken des bestehenden Bundeswehr-Sondervermögens im alten Bundestag schnell genug rechtssicher umzusetzen zu sein, betonte Schnitzer. Notwendig wären der Wirtschaftsweisen-Chefin zufolge nicht nur 300 Milliarden bis 2030, sondern „viel mehr“. Ergänzend forderte Schnitzer eine dauerhafte Reform der Schuldenbremse.
Gegen ein neues Sondervermögen stellte sich hingegen die Wirtschaftsweise Grimm. „Die ‚Ampel‘ hat jetzt dreieinhalb Jahre bewiesen, dass Subventionen auf der Basis von Schulden nicht funktionieren, dass der Staat schlecht darin ist, mit dem Geld das Richtige anzufahren“, sagte sie der „Bild“-Zeitung vom Dienstag. „Das klingt eigentlich mehr nach Satire als nach einem ernsthaften Vorschlag.“ Die Ökonomin fordert, statt über neue Schulden über eine neue Wachstumsstrategie zu spreche.