Lisa Frieda Cossham

Sie ist 32, als sie beginnt, ihr bisheriges Leben wie die Scherben eines Kruges zusammenzusetzen. Stellt Fragen. Spürt Gefühlen nach, Gedanken. Und so erinnert sie sich auch an den Lunch in der asiatischen Schnellküche, ungefähr zwei Jahre bevor ihr Leben zerbricht. Sie sieht sich dort zwischen ihren Freundinnen sitzen, dann ihre plötzlich zitternden Hände. Die Gabel, die sie nur mit großer Selbstbeherrschung ruhig zum Mund führen kann.

Wie sie über sich erschrickt und es später einem Freund schildert. Eine unruhige Hand nach einer durchfeierten Nacht, passiert das nicht jedem mal, beruhigt er. Vlada Mättig ist dankbar für die Antwort. Sie ahnt, dass sie ein Alkoholproblem hat, verdrängt es aber, trinkt sich durch die Berliner Nächte, beobachtet manchmal andere auf den Tanzflächen der Clubs und sagt sich, dass sie wie diese anderen ist. Bisschen drüber vielleicht, aber nicht . Es gibt ja auch Tage ohne dieses Zittern.