Todesstrafe

Iran gnadenlos: Demonstrant wie einen Mörder hingerichtet

Iran: Aufruf zum Generalstreik zeigt Wirkung

Iran: Aufruf zum Generalstreik zeigt Wirkung

Im Iran wird der Aufruf der Protestbewegung zu einem dreitägigen Generalstreik offenbar in mehreren Städten befolgt. Handy-Aufnahmen aus Städten wie Isfahan oder aus der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Sanandaj zeigen ganze Straßenzüge mit geschlossenen Geschäften.

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Im Iran sind schon zwölf Demonstranten zum Tode verurteilt worden. Jetzt wurde ein 23-Jähriger hingerichtet. Von Gnade keine Spur.

Berlin. Am Samstag steht weltweit der Tag der Menschenrechte an – vorher hat der Iran noch schnell ein Todesurteil vollstreckt. Zum ersten Mal seit den seit drei Monaten anhaltenden Protesten wurde nach Angaben der Staatsmedien ein Demonstrant hingerichtet.

Mohsen Schekari hatte am 25. September den Sattar-Khan-Boulevard in Teheran blockiert und soll bei den Randalen einen Sicherheitsbeamten an der Schulter verletzt haben. Er hatte ihn demnach mit einer Machete in die linke Schulter gestochen.

Iran: Elf weitere Demonstranten zum Tode verurteilt

Der 23 Jahre alte Mann wurde für schuldig befunden, "in der Absicht zu töten, Terror zu verbreiten und die Ordnung und Sicherheit der Gesellschaft zu stören", wie die Justizbehörden mitteilten. Im Zusammenhang mit den Protesten hat die iranische Justiz noch elf weitere Angeklagte im Zusammenhang mit den Protesten zum Tode verurteilt.

Schekari war am 1. November von einem Revolutionsgericht in Teheran verurteilt worden. Drei Wochen später hatte das Oberste Gericht die Berufung abgewiesen. Damit war sein Schicksal besiegelt.

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Iran: Proteste halten seit Monaten an

Der Iran wird seit dem Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini am 16. September von Protesten erschüttert. Sie war kurz nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei wegen eines nicht ordnungsgemäß getragenen Kopftuchs gestorben. Aktivisten werfen der Polizei vor, die junge Frau misshandelt zu haben. (fmg)

Kommentar zum Thema: Brutale Gewalt wird die Proteste im Iran nicht mehr stoppen

Dieser Artikel erschien zuerst bei morgenpost.de.