Flüchtlinge

Zwei Brände in Flüchtlingsheimen in einer Nacht

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Deutlich sichtbare Brandspuren - Unbekannte haben einen Brandanschlag auf eine Wohnung von Asylbewerbern verübt

Deutlich sichtbare Brandspuren - Unbekannte haben einen Brandanschlag auf eine Wohnung von Asylbewerbern verübt

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Auf ein Flüchtlingsheim bei Hameln ist ein Brandanschlag verübt worden. Auch in Aue brannte es. Attacke auf Somalier in Schwedt.

Mit einem Molotowcocktail haben Unbekannte einen Brandanschlag auf eine Asylbewerber-Unterkunft in Salzhemmendorf bei Hameln verübt. „Der Brandsatz wurde in der Nacht zum Freitag gegen 2 Uhr durch ein geschlossenes Fenster in die Wohnung in dem ehemaligen Schulgebäude geschleudert“, sagte Polizeisprecher Jens Petersen. Ein Teppich und eine Matratze gerieten in Flammen.

Eine Mutter und deren drei kleine Kinder aus Simbabwe, die im Nebenraum schliefen, blieben nach Angaben der Polizei unverletzt. Die Familie wurde in einer anderen Unterkunft untergebracht. Dort werden die Mutter und die Kinder medizinisch und psychologisch betreut.

Die von Anwohnern alarmierte Feuerwehr konnte den Brand löschen. Jetzt fahndet die Polizei nach einem Fahrzeug, das am Tatort gesehen wurde. Sie will am Mittag bei einer Pressekonferenz in Hameln über den Ermittlungsstand berichten.

In der ehemaligen Schule sind nach Polizeiangaben mehr als 30 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern untergebracht. Am Vormittag wollte sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vor Ort ein Bild von dem Anschlag verschaffen.

„Gelebte Willkommenskultur“

Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening verurteilte den Brandanschlag scharf. „Ich bin völlig fassungslos, niemand hätte sich vorstellen können, dass bei uns so etwas passiert“, sagte der parteilose Politiker. „Bei uns herrscht gelebte Willkommenskultur.“ Es habe nichts darauf hingedeutet, dass in Salzhemmendorf etwas Vergleichbares hätte passieren können, sagte Pommerening.

Weiterer Brandanschlag in Alberoda

Auch in Aue brannte es in einer Flüchtlingsunterkunft. Der Dachstuhl einer Asylbewerberunterkunft im Stadtteil Alberoda stand am Freitagmorgen in Flammen. Innerhalb von vier Tagen ist dies der vierte Brand auf dem Gelände. Wie ein Sprecher der Polizei im sächsischen Chemnitz mitteilte, mussten 70 Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Verletzt wurde niemand.

Der Brand konnte von den eingesetzen Feuerwehrkräften gelöscht werden, allerdings ist die Ursache des Feuers noch unklar. Bereits in der Nacht zu Freitag hatten nach Angaben der Beamten Unbekannte einen Müllcontainer auf dem Gelände der Unterkunft für Asylbewerber angezündet. Das Gebäude bleibe trotz des zweiten Feuers bewohnbar, so die Polizisten.

Nach Informationen der "Freien Presse" soll bereits am Vormittag ein älterer Mann festgenommen worden sein. Um wen es sich handelt, sei jedoch noch unklar.

Asylbewerber in Schwedt angegriffen

in Schwedt (Oder) (Uckermark) wurde zudem ein 31 Jahre alter Asylbewerber angegriffen und verletzt worden. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, sei der 31-Jährige aus einer Menschenmenge heraus mit einem Stein beworfen und am Bein getroffen worden. Hierdurch kam der Somali auf seinem Fahrrad ins straucheln und stürzte. Dabei zog er sich Verletzungen an der linken Körperseite zu. Nachdem er lautstark nach der Polizei gerufen hatte, flüchteten die Angreifer.

Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Der 31-Jährige musste medizinisch versorgt werden.

( dpa/joe/juef/msdu )

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