Griechenland-Krise - EU-Ratspräsident Tusk sagt Gipfel ab

Der Sondergipfel aller 28 EU-Staaten zur Griechenlandhilfe ist abgesagt. Stattdessen soll die Eurogruppe beraten.

Die griechische Regierung hat den anderen Euro-Staaten ihre Reformvorschläge unterbreitet und will so die Geldgeber von weiteren Milliardenkrediten überzeugen. Bei den mehr als neunstündigen Beratungen der Finanzminister stießen die Pläne aber auf Skepsis.

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte den für Sonntagabend geplanten EU-Gipfel ab. Der Euro-Zonen-Gipfel soll seinen Worten zufolge wie vorgesehen um 16 Uhr (MESZ) beginnen und so lange dauern, bis die Gespräche zu Griechenland abgeschlossen sind.

Die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, warfen der Bundesregierung vor, einen Euro-Austritt Griechenlands zu betreiben. Finanzminister Wolfgang Schäuble "sabotiert in Brüssel einen Kompromiss mit Griechenland - und das offenbar mit Wissen der Kanzlerin und des Vizekanzlers", erklärten die beiden. "In diesen Stunden versucht eine deutsche Bundesregierung offenkundig, die Axt an die Grundwerte der Europäischen Union zu setzen."

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi äußerte scharfe Kritik an Deutschland im griechischen Schuldenstreit. Eine Demütigung Griechenlands dürfe es nicht geben, sagt Renzi der Zeitung "Il Messaggero". "Italien will keinen Austritt Griechenlands aus dem Euro, und zu Deutschland sage ich: genug ist genug."

Auch Dimitrios Papadimoulis, Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Abgeordneter der griechischen Regierungspartei Syriza, warf Deutschland vor, mit neuen Forderungen im Schuldenstreit Griechenland erniedrigen zu wollen. Im Gespräch mit dem Sender Mega TV sprach er zudem von einem Versuch, die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras zu stürzen.

>> Alles zum Thema Griechenland-Krise finden Sie hier <<

( Reuters/dpa/mim )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos