Leukämie

Steinmeier bestürzt über Westerwelles Krebserkrankung

Ex-FDP-Chef Guido Westerwelle muss sich einer Krebsbehandlung unterziehen. Der 52-Jährige ist an einer akuten Form von Blutkrebs erlangt.

Foto: Arno Burgi / dpa

Der frühere Bundesaußenminister und FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle ist an akuter Leukämie erkrankt. Das teilte seine Stiftung, die „Westerwelle Foundation“, am Freitag in Berlin mit. Der 52-Jährige befindet sich demnach derzeit in stationärer medizinischer Behandlung. Ziel sei die vollständige Genesung des Politikers, erklärte der Leiter des Büros der Stiftung, Alexander Vogel.

Weitere Einzelheiten gab die „Westerwelle Foundation“ mit Rücksicht auf den Erkrankten und seine Familie nicht bekannt. „Ich kenne Guido Westerwelle seit langen Jahren als einen großen Kämpfer“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu nach Angaben eines Sprechers in Berlin. „Jetzt in dieser für ihn so schwierigen Zeit wünsche ich ihm alle Kraft und Zuversicht, um wieder gesund zu werden. Meine Gedanken sind bei ihm.“

Westerwelles Nachfolger als Außenminister, Frank-Walter Steinmeier (SPD), sagte am Rande eines Besuchs in Istanbul, er habe „mit großer Bestürzung“ von der schweren Krankheit Westerwelles erfahren. „Ich wünsche ihm, auch namens aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts, von Herzen viel Kraft für den Kampf gegen die Krankheit und baldige vollständige Genesung“, sagte Steinmeier laut Auswärtigem Amt weiter.

Der derzeitige FDP-Chef Christian Lindner übermittelte Westerwelle Genesungswünsche. „Von Herzen wünschen wir ihm, dass er seine Erkrankung bald und vollständig überwindet“, erklärte Lindner in Berlin. FDP-Vize Wolfgang Kubicki äußerte sich in „Focus Online“ über die Nachricht von Westerwelles Erkrankung überrascht und „sehr betroffen“.

Blutkrebs kann geheilt werden

Der Begriff „Leukämie“ bedeutet weißes Blut und beschreibt eine Vermehrung weißer Blutkörperchen. Bei der auch als Blutkrebs oder Leukose bezeichneten Erkrankung kommt es zu einer Vermehrung unreifer Zellen des blutbildenden Systems, wodurch die normale Blutbildung von roten Blutkörperchen verdrängt wird. Bei Behandlung durch Chemotherapie besteht inzwischen durchaus Chancen auf Heilung, unbehandelt führt die Erkrankung in der Regel in wenigen Wochen zum Tod.

Der 1961 in Bad Honnef bei Bonn geborene Westerwelle stand von 2009 bis zur Wahlniederlage der FDP 2013 und der Bildung der großen Koalition im vergangenen Dezember an der Spitze des Auswärtigen Amts, zunächst auch als Vizekanzler. Von 2001 bis 2011 war er Bundesvorsitzender der FDP, von 2006 bis 2009 außerdem Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion.

Die vor wenigen Monaten gegründete „Westerwelle Foundation“, deren Vorstand der frühere Außenminister ist, hat sich als Stiftung für internationale Verständigung zum Ziel gesetzt, Demokratie durch die Förderung wirtschaftlicher Entwicklung zu stärken.