Grünen-Politiker Volker Beck stimmt Ex-Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zu, der Angela Merkel (CDU) persönlich dafür verantwortlich gemacht hatte, dass homosexuelle Lebenspartner nicht die gleichen Rechte wie Eheleute haben.

„Die große Koalition muss mehr tun, weil die FDP so viel liegen gelassen hat“, sagte Beck der Berliner Morgenpost. „Es ist schon lustig, dass es Herrn Westerwelle jetzt einfällt, nachdem er keinen politischen Einfluss mehr hat“, sagte der innenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag. Die FDP habe die Gleichstellung nie zu einer Priorität gemacht. Die Union weigere sich, die Gleichberechtigung von homosexuellen Lebenspartnerschaften zu akzeptieren und verweigere sich der Gleichstellung, sagte der der offen schwule Grünen-Politiker.

Das Coming-out des ehemaligen Fußball-Nationalspielers Thomas Hitzlsperger lobt Beck. „Das ist ein mutiger Schritt“, sagte der Grünen-Politiker. „Ich glaube, dass sich jetzt im Männerfußball atmosphärisch etwas verändern wird.“ Allerdings müsse auch der DFB mitziehen – und aktive Spieler zum Coming-out ermutigen.

Zudem attackierte Beck den AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke, der von Hitzlsperger ein Bekenntnis zu Ehe und Familie gefordert hatte. „Das ist an Absurdität nicht zu überbieten“, sagte Beck. „Die AfD bedient jedes Ressentiment – gegen den Euro, die Migranten und Lesben und Schwule.“

Beck äußerte sich außerdem positiv über die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck, nicht zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi zu reisen. „Ich habe Sympathie für Bundespräsident Gauck – und der fährt nicht hin“, sagte Beck. „Wer als Politiker nach Sotschi reist, sollte dort die homophobe Stimmung und die Menschenrechtsverletzungen in Russland ansprechen, um aus den Winterspielen nicht reine Putin-Festspiele zu machen.“

Westerwelle hatte sich im „Stern“ dafür ausgesprochen, trotz der umstrittenen Gesetzgebung gegen Homosexuelle in Russland zur Winter-Olympiade nach Sotschi zu fahren. Auf die Frage, ob er selbst die Spiele besuchen würde, wenn er noch Minister wäre, antwortete er: „Ich würde hinfahren, und zwar nicht allein. Man kann Zeichen setzen durch Wegbleiben, und man kann Zeichen setzen durch Hingehen.“