Magen-Darm-Probleme

Tausende Kinder erkranken durch Schulessen

Ein Großanbieter hat verunreinigtes Essen an Kitas und Schulen geliefert. In Berlin leiden 600 Kinder an Magen-Darm-Problemen.

Foto: Jens Büttner / ZB

Durch offenbar verunreinigtes Essen sind seit Dienstag deutschlandweit Tausende Kinder und Jugendliche erkrankt. Auslöser ist wohl ein Großanbieter für Kita- und Schulessen aus Thüringen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Thüringen am Donnerstag sagte. Krankheitsfälle seien bisher in mehreren Bundesländern vor allem in Ostdeutschland aufgetreten. Betroffen sind Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg, sagte der Sprecher.

In Berlin sind nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung von Freitag bisher in fünf Bezirken rund 600 Erkrankungsfälle gemeldet worden. Die betroffenen Bezirke sind Reinickendorf, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf. Vorsorglich seien alle 39 Berliner Aufnahmekrankenhäuser und der Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr von der Senatsgesundheitsverwaltung über das Geschehen informiert worden.

Eine Sprecherin der Bildungsverwaltung sagte am Freitag, alle Schulen und Kitas hätten einen Brief bekommen, in dem ihnen die Verwaltung empfiehlt, Essenslieferungen der Catering-Firma aus Thüringen nicht anzunehmen oder zu verteilen. Das Unternehmen stehe im Verdacht, verseuchtes Essen geliefert zu haben. Besorgte Eltern können sich an die Gesundheitsämter wenden.

Verdächtiger Betrieb nicht geschlossen

Den Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums zufolge ist mit einer bundesweiten Ausbreitung zu rechnen. In Chemnitz seien inzwischen vorsorglich zwei Gymnasien geschlossen worden, in denen sich Krankheitsfälle häuften. Nun werde geprüft, wohin das Essen geliefert wurde.

Die bislang gemeldeten Erkrankungen seien weitgehend glimpflich verlaufen, hieß es vom Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen. Allerdings hätten drei Betroffene im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bisher sei nicht klar, ob es sich um eine Verunreinigung durch Viren oder Bakterien handelt, sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums.

Laut dem Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt standen am Dienstag, als das womöglich kontaminierte Essen ausgeliefert wurde, drei bis vier Menüs auf dem Speiseplan. Welches davon die Erkrankungen verursacht habe, sei noch unklar. Es handele sich offenbar um eine einmalige Verunreinigung. Der Betrieb sei daher nicht geschlossen worden.

Das Veterinäramt habe allerdings bereits eine zusätzliche Reinigung und Desinfektion der Produktionsstätte angeordnet, hieß es weiter. Zudem seien amtliche Lebensmittelproben der Menüs sowie Proben aus dem Unternehmen dem Thüringer Landesamt für Lebensmittelüberwachung und Verbraucherschutz in Bad Langensalza zur Untersuchung übergeben worden. Diese werden nun auf mögliche Krankheitserreger untersucht. Ab Freitag sei mit ersten Ergebnissen zu rechnen.