Eheprobleme

Bettina und Christian Wulff in therapeutischer Behandlung

Die Frau des Ex-Bundespräsidenten drängt mit Erscheinen ihres Buchs massiv in die Öffentlichkeit. Auch Details ihres Ehelebens erzählt sie.

Foto: DAPD

Mehr als ein halbes Jahr nach dem Rücktritt ihres Mannes vom Bundespräsidentenamt drängt die ehemalige First Lady Bettina Wulff in die Öffentlichkeit. Nachdem ihre Biografie „Jenseits des Protokolls“ jetzt bereits zwei Monate früher als geplant auf den Markt kam, hat sie verschiedenen Medien weitere Einblicke in ihr Privatleben gewährt. In einem Gespräch mit der Zeitschrift „Brigitte“ machte sie nun sogar Probleme in ihrer Ehe mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff öffentlich. Ihr Mann habe sie ein großes Stück in ihre Rolle gedrängt, sagte sie in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Interview. „Und wenn ich es im Nachhinein betrachte, rächt sich dies auch in der Beziehung“, sagte sie.

Sehnsucht nach einem normalen Leben

Bei Christian Wulffs Rücktrittsrede habe sie sich bewusst von ihm entfernt, um ihre Eigenständigkeit zu betonen. Über die Zeit vor dem Rücktritt ihres Mannes, sagte sie: „So etwas kann eine Beziehung nur eine bestimmte Zeit lang durchleben und ertragen, sonst wird zu viel in Mitleidenschaft gezogen.“ Inzwischen sei sie mit ihrem Mann in therapeutischer Behandlung.

Sie sehne sich nun nach einem normalen Leben, sagte sie in einem vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift „Gala“. „Ich möchte wieder in die Öffentlichkeit gehen können, wenn ich es will“, sagte sie. Seit vier Monaten sei sie als selbstständige PR-Beraterin tätig. „Ich arbeite mal drei Wochen am Stück, um dann wieder die nächsten zwei Wochen zu Hause mit meinen Kindern zu sein“, sagte sie.

Kommunikationsexperten kritisieren PR-Kampagne

Experten werfen Bettina Wulff eine Inszenierungs-Kampagne vor. Klaus Kocks, Professor für Kommunikationsmanagement an der Hochschule Osnabrück, bezeichnete ihre Vorstöße als „PR-Kaspereien“. Die 38-Jährige sei „Opfer eines wirklich infamen Rufmordes, an dem sie sich nun auch noch zur Mittäterin macht“, sagte Kocks. Er ergänzte: „Zur großen Tragik ihrer Verteidigungsversuche gehört, dass sie das Problem durch PR-Possen radikal verschärft statt es zu mildern oder gar zu lösen.“

Der Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister hält das Vorgehen der ehemaligen First Lady für „orchestriert“. „Solche Zufälle gibt es gar nicht“, sagte er im Deutschlandradio mit Blick auf die zeitgleichen Klagen von Bettina Wulff gegen den Internetkonzern Google und TV-Moderator Günther Jauch.

Buch startet mit Auflage von 100.000 Exemplaren

Seit Kurzem ist Bettina Wulffs Biografie im Handel erhältlich. Darin räumt sie auch mit Rotlicht-Gerüchten um ihre Person auf. Das Buch geht mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren an den Start. Der Veröffentlichungstermin wurde kurzfristig von November auf September vorgezogen.

Bei dem Internetversandhandel Amazon ist die Biografie innerhalb von fünf Tagen auf Platz acht der Bestsellerliste geschnellt. Unter den Politikbüchern ist es inzwischen die Nummer Eins.