Rotlicht-Gerüchte

Google weist Rufmord-Vorwürfe von Bettina Wulff zurück

Im Streit mit Bettina Wulff um die Verbreitung von Gerüchten hat Günther Jauch nachgegeben. Google will „das  Gericht entscheiden lassen“.

Foto: DAPD

Der Internetkonzern Google weist den Unterlassungsanspruch von Bettina Wulff zurück. Google-Sprecher Kay Oberbeck, der Konzern werde „das Gericht entscheiden lassen“. Es habe in Deutschland bereits fünf Klagen nach dem gleichen Muster gegeben, die alle abgewiesen worden seien.

Durch die Klage gegen Google will die Frau des früheren Bundespräsidenten verhindern, dass bei Eingabe des Namens „Bettina Wulff“ in der Suchzeile der Google-Webseite durch die automatische Vervollständigungs-Funktion Begriffe wie „Rotlichtvergangenheit“ oder „Escort“ auftauchen.

„Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegeln die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider“, sagte der Sprecher von Google Nord-Europa, Kay Oberbeck, am Sonnabend. Die angezeigten Begriffe seien „das algorithmisch erzeugte Resultat mehrerer objektiver Faktoren, inklusive der Popularität der eingegebenen Suchbegriffe“.

Oberbeck betonte: „Google schlägt diese Begriffe nicht selbst vor - sämtliche in Autovervollständigung angezeigten Begriffe wurden zuvor von Google-Nutzern eingegeben.“ Die Autovervollständigungsfunktion von Google zeigt bei der Suche nach Wulff zum Beispiel „Prostituierte“ an.

Jauch gibt nach

Bettina Wulff geht massiv gegen die Verbreitung von Gerüchten und Denunziationen über ihr angebliches Vorleben vor. Die 38-Jährige reichte Unterlassungsklagen beim Hamburger Landgericht gegen den Fernsehmoderator Günther Jauch und gegen den Google-Konzern ein. Jauch hatte daraufhin den Unterlassungsanspruch, anerkannt.

Der Fernsehmoderator soll die Unterlassungsverpflichtungserklärung wegen Zitierens eines Zeitungsbeitrags in seiner Sendung abgeben. Jauch erklärte dazu über seinen Anwalt Christian Schertz, er habe „kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit Frau Wulff“ und will daher „den Rechtsstreit beenden lassen, noch ehe mir die Klage von Frau Wulff überhaupt offiziell zugestellt wurde“.

Kamen die Gerüchte aus CDU-Kreisen?

Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ sollen CDU-Kreise in Hannover seit 2006 das Gerücht gestreut haben, Bettina Wulff habe früher angeblich im Rotlichtmilieu gearbeitet. Diese Anschuldigung sollte offenbar vor allem Christian Wulff treffen, der damals noch niedersächsischer CDU-Ministerpräsident war. Als Wulff als Bundespräsident wegen des Verdachts der Vorteilsnahme in seiner Zeit als Landesregierungschef in die Kritik geriet, gelangten auch die Gerüchte über die vermeintliche Vergangenheit seiner zweiten Ehefrau Bettina wieder in die Öffentlichkeit.

Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe

Seit dem Abschied ihres Mannes aus dem Präsidentenamt gehe Bettina Wulff juristisch gegen die Verbreitung der Gerüchte vor, da dadurch ihre „Reputation zerstört worden“ sei, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ einen mit ihren juristischen Schritten vertrauten Insider. Laut „SZ“ gab sie zur Vorlage bei Gericht eine eidesstattliche Erklärung ab, wonach alle Behauptungen über ihr vermeintliches Vorleben als Prostituierte oder als Escort-Dame falsch seien.

In den vergangenen Monaten sollen bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgeben haben. Mehrere Medienhäuser mussten laut „SZ“ Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe zahlen.