Im Ringen um eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts steigt der Druck auf Moskau. Die USA und Deutschland forderten Russland abermals auf, der Regierung in Damaskus die Unterstützung zu entziehen. Moskaus Haltung trage zum drohenden Ausbruch eines Bürgerkriegs in Syrien bei, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Donnerstag in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle verwies auf die Schlüsselrolle Russlands bei der Beilegung des Konflikts.
Russland hatte zuletzt immer wieder erklärt, seine Zurückhaltung gegenüber der syrischen Regierung trage zur Stabilisierung der Situation bei. Clinton wies diese Darstellung als falsch zurück und erklärte, der Kreml stütze die Regierung von Präsident Baschar Assad. Sie betonte, dass vor weiteren Schritten Russland und China sich der Kritik des Westens an Assad anschließen müssten.
Zuvor hatte bereits der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Denis McDonough erklärt, die USA würden auf dem diplomatischen Parkett ihren Einfluss geltend machen, damit sich Russland von Assad distanziere und ihn zum Rücktritt dränge. Denkbar wäre beispielsweise ein schrittweiser, geordneter Rückzug des syrischen Präsidenten aus der Politik wie im Falle seines Kollegens Ali Abdullah Saleh im Jemen, sagte McDonough.
Vor dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Berlin appellierte auch Bundesaußenminister Westerwelle an Moskau, seine Syrien-Politik zu ändern. „Russland und seine Haltung zum Regime Assad spielen in der Syrien-Frage eine Schlüsselrolle“, sagte Westerwelle.
Russland sollte „erkennen, dass wir nicht gegen strategische russische Interessen arbeiten, wenn wir die Gewalt in Syrien beenden möchten“. Es gelte, einen Flächenbrand in der gesamten Region zu verhindern. „Das kann nur gelingen, wenn die internationale Gemeinschaft zusammensteht“, sagte Westerwelle.
dapd/dpa/ap




