Anhaltende Gewalt

Aufständische berichten über neues Massaker in Syrien

Nach dem jüngsten Massaker mit 108 Toten sollen in der syrischen Provinz Deir as-Saur 13 Männer gefesselt und erschossen worden sein.

Ungeachtet neuer diplomatischer Zwangsmaßnahmen werden in Syrien weiter Menschen ermordet. Aktivisten berichteten am Mittwoch von einem Massaker in der Provinz Deir as-Saur. Sie veröffentlichten ein Video, das die Leichen von 13 Männern zeigt. Ihre Hände waren hinter dem Rücken zusammengebunden. Alle 13 Männer wurden offensichtlich aus nächster Nähe erschossen.

Der Tathergang und die Motive der Mörder blieben unklar. In einigen Berichten aus Oppositionskreisen hieß es, bei den Toten handele es sich um Deserteure in Zivil, die von Regierungstruppen erschossen worden seien. In anderen Berichten wurde behauptet, die Mordopfer seien Arbeiter der Ölgesellschaft Al-Furat. Sie seien von Regierungstruppen getötet worden, weil sie sich einem Proteststreik gegen das Massaker in Al-Hula am Freitag vergangener Woche angeschlossen hätten.

Der Vorsitzende der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdurrahman, sagte: „Wir wissen nicht, wer diese Männer getötet hat, und wir haben keine Hinweise darauf, dass sie Arbeiter sind. Wir fordern eine umgehende Untersuchung.“

Die regimetreue syrische Tageszeitung „Al-Watan“ (Mittwoch) schrieb, am vergangenen Samstag seien in Deir as-Saur 39 Arbeiter und Ingenieure der Ölgesellschaft verschleppt worden. Am Montag hätten die gleichen Entführer noch einen weiteren Arbeiter in ihre Gewalt gebracht. Ihnen gehe es vermutlich um Lösegeld. Über einen Vermittler seien Verhandlungen über die Freilassung der Entführten im Gange

UN-Menschenrechtsrat plan Sondersitzung

Der UN-Menschenrechtsrat plant unterdessen wegen des Massakers an Dorfbewohnern im syrischen Hula eine Sondersitzung. Aus Kreisen des Rates in Genf verlautete am Mittwoch, die Sitzung solle am Freitag stattfinden. Die Türkei, Katar und die USA hätten das Treffen der 47 Mitglieder beantragt und organisiert. Wahrscheinlich werde es darum gehen, in einer Resolution die Gewalttat zu verurteilen und die syrische Regierung aufzufordern, Hilfsorganisationen und unabhängigen Ermittlern unbeschränkten Zugang zu gewähren. Bei dem Massaker waren in der vergangenen Woche mehr als 100 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder.