Straße von Hormus

Iran kündigt Langstrecken-Raketentests an

Der Streit um die Meerenge von Hormus eskaliert: Iranische Streitkräfte kündigten am Freitag Raketentests an. Damit will Teheran seine Drohung, die wichtige Ölhandelsroute zu blockieren, untermauern. Die Langstrecken-Raketen könnten auch Israel und US-Stützpunkte treffen.

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Die Töne werden schriller, der politische Konflikt am Persischen Golf erreicht die nächste Eskalationsstufe: Der Iran will seine Drohung einer Schließung der weltweit wichtigsten Ölhandelsroute mit Raketentests untermauern.

Zum Abschluss des Seemanövers im Golf sei am Samstag der Abschuss verschiedener Raketentypen geplant, darunter auch Langstrecken-Raketen, sagte der stellvertretende Marine-Befehlshaber Admiral Mahmud Musawi der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars am Freitag.

Iranische Raketen des Typs Schabab-3 reichen bis Israel oder könnten US-Militärbasen in der Region treffen. In den vergangenen Tagen hatte der Iran angedroht, die Meerenge von Hormus zu sperren, falls der Westen im Streit um das Atomprogramm des Landes wie angekündigt die iranischen Ölexporte mit Sanktionen belegt.

Der Raketentest sei der letzte Teil des Seemanövers, zitierte Fars den Admiral. „Der letzte Teil der Übung soll die Marine darauf vorbereiten, dem Feind in einer Kriegssituation zu entgegenzutreten“, sagte Musawi.

Die USA haben den Iran mit deutlichen Worten vor einer Blockade der Straße von Hormus gewarnt und schließen in dem sich zuspitzenden Konflikt auch militärische Mittel grundsätzlich nicht aus.

Die USA würden eine Schließung nicht dulden, da die Wasserstraße lebensnotwendig für den Wohlstand der Welt sei, erklärte am Mittwoch die Fünfte US-Flotte, die mit mehr als 20 Kriegsschiffen – darunter Flugzeugträger – und 16.000 Soldaten in der Region stationiert ist.

Am Donnerstag hatten die USA bekanntgegeben, zur Wahrung der Sicherheit am Golf ihrem langjährigen Verbündeten Saudi-Arabien Kampfflugzeuge und andere Waffen im Wert von knapp 30 Milliarden Dollar zu verkaufen. Der Iran sei eindeutig eine der Bedrohungen, der Saudi-Arabien und andere Länder der Region ausgesetzt seien – auch wenn der Verkauf nicht allein gegen den Iran ziele, erklärte die Regierung in Washington.

Durch die Straße von Hormus flossen 2009 etwa ein Drittel des weltweit über das Meer transportierten Erdöls. Japan erhält drei Viertel seines Öls über diesen Weg und China etwa die Hälfte. China gab am Freitag bekannt, dass sich Vize-Außenminister Zhai Jun am Mittwoch und Donnerstag zu Gesprächen in Teheran aufgehalten habe. Zu deren Inhalt machte die Volksrepublik wie üblich keine konkreten Angaben. China äußerte lediglich die Hoffnung, dass in der Meerenge Frieden und Stabilität bewahrt werden können.