Abfall

Gelbe Mülltonne soll in die Tonne

Union und FDP wollen für den Verbraucher mehr Klarheit beim Müllsortieren. Statt gelber und weiterer Tonnen für Wertstoffe soll es eine bundesweite Wertstofftonne geben. Kommunen und private Entsorger kämpfen erbittert um den Zugriff.

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/dpa

In Berliner Hinterhöfen wird ein Großteil des Platzes von Behältern für jede erdenkliche Art von Müll eingenommen. Durchblick zu behalten ist schwer, spätestens seit die BSR auch noch eine orange Tonne für alte Elektrogeräte und Metall dazugestellt hat. Damit will sie privaten Konkurrenten im Wettrennen um wertvolle Rohstoffe das Wasser abgraben.

Doch bisher fehlt eine gesetzliche Grundlage. Deshalb wollen Union und FDP im Wertstoffgesetz die Einführung bundesweit einheitlicher Wertstofftonnen verankern. Bereits 2013 könnte mit dem Aufstellen der Tonnen begonnen werden, heißt es in der schwarz-gelben Koalition. Die bisher über die gelben Tonnen und gelben Säcke eingesammelten Verpackungen würden künftig genau wie alle anderen Kunststoffe und Metalle dort gesammelt und anschließend recycelt.

Bisher sind es pro Jahr und Einwohner 28 Kilo. Das Umweltbundesamt schätzt, dass mit der neuen Tonne zusätzlich sieben Kilogramm erfasst und verwertet werden könnten. Die Gretchenfrage: Wer bekommt den Zugriff?

Bisher werden nach Schätzungen rund 60 Prozent der Altgeräte wie Handys über den Hausmüll entsorgt und landen in einer der rund 70 Müllverbrennungsanlagen. Diese „Müllschätze“ durch eine neue Tonne abzufangen, wäre hochrentabel: Eine Tonne alte Handys bringt 250 Gramm Gold.

Private Entsorger, die viel in Recyclinganlagen investiert haben, warnen vor „kommunaler Rosinenpickerei“. Peter Kurth, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE), fordert gleiche Rechte für alle. „Die Zeche für die angestrebte Abkehr von fairem Wettbewerb muss am Ende der Bürger über höhere Müllgebühren zahlen.“

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