Katholische Kirche

Meisner verteidigt Zölibat gegen alle Kritik

Die Kritik zahlreicher Theologen am Zölibat lässt den Kölner Erzbischof kalt. Das Gebot der Ehelosigkeit sei unverzichtbar und dem Priesterberuf angemessen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner ist strikt gegen eine Lockerung des Zölibats. Die Ehelosigkeit sei für katholische Priester nach wie vor unverzichtbar und von hoher Bedeutung, heißt es in einer Erklärung des Erzbischofs.

Rund 150 katholische Theologen hatten kürzlich in einem Appell an die katholischen Bischöfe Reformen gefordert, unter anderem die Zulassung von verheirateten Priestern. Auch prominente katholische CDU-Politiker stellten in einem Brief an die katholische Deutsche Bischofskonferenz den Zölibat infrage.

Meisner nannte es hingegen „hoch angemessen, dass die Kirche den Zölibat mit dem Priestertum verknüpft: Die Priester sollen nicht nur reden, sondern das mit ihrem Leben bezeugen, was sie anderen sagen.“ Für einen Priester werde Gott so sehr zur Priorität, „dass er die hohen Werte von Ehe und Familie nicht zu verwirklichen vermag“.

Meisner räumte ein, das Gebot der Ehelosigkeit sei gegenwärtig „die fragwürdigste Einrichtung in der katholischen Kirche“. Das unterstreiche aber lediglich die hohe Bedeutung. Kritikern des Zölibats wirft der Kardinal vor, sie benutzten den Priestermangel als Vorwand für ihre Argumentation. Sie erlebten die Ehelosigkeit als Bedrohung, weil sie zeige, dass Gott „detailliert in die Lebensplanung eingreifen kann“.

Den wachsenden Priestermangel führt Meisner auch auf eine Geringschätzung des Zölibats zurück. Gott berufe genügend Menschen zum Priestertum, „aber die Berufungen sterben, weil sie nicht gefördert, begleitet und ermutigt werden“, beklagte er. Weder in den Familien noch in der Schule oder in Vereinen werde für die Ehelosigkeit Position bezogen, manchmal auch nicht in den Pfarrgemeinden.