Die Bedenken der Grünen gegen die geplante Rede des Papstes im Bundestag hat heftige Kritik bei der CDU ausgelöst. „Die Grünen sind einfach nur noch gegen alles und jeden“, sagte der Generalsekretär der Partei, Hermann Gröhe, „Morgenpost Online“. Gröhe fügte hinzu: „Man kann nur hoffen, dass diese Dagegen-Partei über Weihnachten etwas zur Besinnung kommt. Wenn der Papst im Bundestag redet, ist dies eine große Ehre für das Parlament."
Zuvor hatte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, gesagt: „Der Deutsche Bundestag ist zu Recht zurückhaltend bei der Einladung ausländischer Staatsgäste.“ Der Papst sei in erster Linie das Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft. Daraus ergebe sich aber die Frage, welche Repräsentanten anderer Religionsgemeinschaften künftig eingeladen werden sollten.
Die CSU warf Beck vor, Opposition um der Opposition willen zu betreiben. „Das ist typisch Grün: Einfach mal wieder nur dagegen“, erklärte die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär. Die Papst-Rede im Bundestag sei ein herausragendes Ereignis. „Da sollten gerade die Grünen gut zuhören“, erklärte Bär. Die Grünen forderten von anderen immer Toleranz, hielten sich selbst aber nicht daran.
Bundestagspräsident Norbert Lammert informierte am Donnerstag den Ältestenrat über das Interesse des deutschen Papstes, im Parlament zu sprechen. Das Kirchenoberhaupt wird voraussichtlich im September nach Deutschland reisen. Neben Berlin will er die Bistümer Erfurt und Freiburg besuchen.
Es ist der erste offizielle Besuch des Papstes in Deutschland. Zwar war Joseph Ratzinger seit seiner Wahl zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche schon zweimal in seinem Heimatland, diese Besuche hatte er aber als pastoral oder privat bezeichnet. So kam er nur wenige Monate nach seiner Wahl im August 2005 zum Weltjugendtag nach Köln, wo er begeistert gefeiert wurde. Im September 2006 besuchte er Bayern.
DW/ks



