Nach Blackout

Bundestag bekommt bessere Notstromversorgung

Anfang März hatte ein Stromausfall den Bundestag komplett lahmgelegt. Einen ganzen Arbeitstag lang gab es weder Fax, Internet noch Toilette oder Heizung. Nun hat Bundestagspräsident Norbert Lammert die die Kapazität der Notstromversorgung erhöhen lassen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat Konsequenzen aus dem verheerenden Stromausfall vom 8. März 2011 gezogen. „Wir haben, was die Stromversorgung des Bundestags betrifft, jetzt neu disponiert und die Kapazität der Notstromversorgung erhöht. Damit ist hoffentlich sichergestellt, dass sich so etwas nicht wiederholt“, sagte Lammert Morgenpost Online. Zu dem hätte es eigentlich „nicht kommen dürfen“, da der Bundestag „extra für solche Fälle zwei selbstständige Stromleitungen“ vorgehalten habe, räumte Lammert ein. Entsprechende Nachforschungen hätten aber jetzt ergeben, „dass diese Leitungen so nah aneinander unterirdisch verlegt waren, dass der Bagger sie bei den Bauarbeiten an der Vossstraße beide auf einmal kappen konnte“.

Bisher war lediglich bekannt, dass bei den Erdarbeiten in drei Meter Tiefe Kabel beschädigt worden waren, die Bundestag und Bundeskanzleramt den Strom lieferten. Während es daraufhin den ganzen Tag über weder im Reichstag noch in den umliegenden Häusern mit Abgeordnetenbüros und Sitzungssälen noch Strom gab, war im Kanzleramt von dem Stromausfall fast nichts zu spüren, da dieses im Gegensatz zum Bundestag über eine komplette Ersatzversorgung verfügte.

Was die Touristenströme in die nach der Terrorwarnung für den regulären Publikumsverkehr gesperrte Reichstagskuppel betrifft, so bekräftigte Lammert: „Unser Ziel ist, die Besuchskapazitäten wieder auf das frühere Niveau zu bringen.“ Nach der Terrorwarnung im November vergangenen Jahres war die Kuppel zunächst ganz gesperrt, danach nur für vorab angemeldete Gruppen geöffnet worden. „Wir können das erreichen, weil wir die nach der Terrorwarnung aufgestellten provisorischen Container für die Sicherheitskontrollen durch technisch bessere Lösungen ersetzen“, kündigte Lammert an. „Das ändert aber nichts daran, dass wir mittelfristig ein echtes neues Besucherzentrum brauchen.“

Bundesvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hatte bereits Ende Dezember den Bau eines neuen Besucherzentrums angekündigt. Nähere Angaben zum Zeitplan und Standort des Zentrums, in dem die Besucher mittelfristig auf etwaige mitgebrachte Waffen kontrolliert werden sollen, wollte Lammert nicht machen.