Baden-Württemberg

Tanja Gönner will Mappus-Nachfolgerin werden

In der Südwest-CDU kommt es zum Machtkampf. Umweltministerin Gönner will den Landesvorsitz –- und kündigt eine Kampfkandidatur um den Fraktionsvorsitz an.

Kurz nach der Abwahl der schwarz-gelben Koalition in Baden-Württemberg zeichnet sich in der Landes-CDU ein Machtkampf ab. Nach dem Rücktritt des noch amtierenden Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) am Montag werden am Dienstag zwei Kandidaten um den Fraktionsvorsitz antreten.

Neben Fraktionschef Peter Hauk stellt sich auch die Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner. Gönner erklärte, sich sowohl für den Fraktionsvorsitz als auch den Landesvorsitz zur Wahl zu stellen. Sollte sie nicht zur Fraktionsvorsitzenden gewählt werden, werde sie nicht für den Landesvorsitz kandidieren. Hauk bekräftigte, sich erneut für sein Amt bewerben zu wollen und wenn die Partei dies wünsche, ebenfalls für den Landesvorsitz zur Verfügung zu stehen.

Damit kommt es zu einer Kampfabstimmung zwischen der Merkelvertrauten und dem Amtsinhaber um den Fraktionsvorsitz.

Mit dem Rücktritt hatte Mappus die Konsequenz aus der schweren Niederlage der Union gezogen, die nach fast 58 Jahren die Macht im Lande verloren hatte. Sein Landtagsmandat will er aber behalten.

Der aktuelle Machtkampf ist eine Neuauflage des Kampfes zwischen zwei Lagern in der Südwest-CDU. Bereits vor der Wahl von Günther Oettinger (CDU) zum Nachfolger von Ministerpräsident Erwin Teufel im Jahr 2005 hatte es eine solche Machtprobe gegeben. Damals traten Oettinger und die damalige Kultusministerin Annette Schavan gegeneinander an. Mappus und Gönner gehörten zum Schavan-Lager, Hauk zur Gruppe um Oettinger, die am Ende siegreich war. Nun könnte es auch beim vorgezogenen Parteitag am 7. Mai eine Kampfkandidatur um den Parteivorsitz geben.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen