+++ Live-Ticker +++

EU schickt Erkundungsteam nach Libyen

Die Gruppe soll prüfen, wie die EU-Staaten weitere Unterstützung für die Libyer leisten können. Alle Neuigkeiten zur Lage in Libyen im Live-Ticker.

+++ 17.42 Uhr +++

Bei Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungssoldaten in der Stadt Misrata sind einem Krankenhausarzt zufolge mindestens 18 Menschen getötet worden. Es gebe viele Verletzte.

+++ 16.40 Uhr +++

Aufständische haben bestätigt, dass ein britischer Diplomat und mehrere britische Soldaten in Libyen festgenommen wurden. Die Männer seien nach ihrer Ankunft in einer von Rebellen kontrollierten Zone gefasst worden und befänden sich derzeit „in Sicherheit“, sagte ein Sprecher der libyschen Opposition in Bengasi. Anfangs habe „Verwirrung“ geherrscht, ob die Briten „für uns oder gegen uns“ seien. Wann und wo der Diplomat und die Soldaten aufgegriffen wurden, konnte der Sprecher ebensowenig sagen wie die Frage beantworten, ob sie inzwischen freigelassen wurden.

Zuvor hatte das britische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass sich ein „kleines Diplomaten-Team“ in Bengasi befinde. Es bestätigte jedoch nicht Medienberichte, wonach mehrere Elitesoldaten und ein Diplomat aus Großbritannien festgehalten wurden.

+++ 15.34 Uhr +++

Im Staatsfernsehen wird angekündigt, zur Feier von Erfolgen im Kampf gegen Rebellen würden Zölle auf importierte Grundnahrungsmittel sowie Verbrauchs- und Produktionssteuern abgeschafft .

+++ 15.20 Uhr +++

Ein Regierungssprecher erklärt, die Armee sei dabei, auch die Stadt Bengas i zurückzuerobern. Der Ort, wo die Proteste gegen Gaddafi ihren Anfang nahmen, ist bislang jedoch weiter in der Hand von Rebellen.

+++ 13.48 Uhr +++

Die Europäische Union hat zur Vorbereitung des Libyen-Sondergipfels am kommenden Freitag ein internationales Erkundungsteam in Richtung Tripolis geschickt. Die von dem italienischen Krisenhilfeexperten Agostino Miozzo geleitetet Gruppe soll in den nächsten Tagen prüfen, wie die 27 EU-Staaten weitere Unterstützung für die Menschen im Land leisten können. Ziel der Mission seien Informationen aus erster Hand und in Echtzeit, ließ die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mitteilen. Die Gruppe ist den Angaben zufolge die erste dieser Art, die seit Ausbruch der Gewalt nach Libyen gereist ist.

+++ 13.20 Uhr +++

Papst Benedikt XVI. hat seine Besorgnis über die Lage in Libyen ausgedrückt. Er bete für die Opfer und jene, die sich dort in Bedrängnis befänden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom. Zugleich rief Benedikt zu Hilfe für die betroffenen Menschen auf. Es war das erste Mal seit Ausbruch der Unruhen in dem nordafrikanischen Land, dass sich der Papst öffentlich dazu äußerte.

+++ 12.31 Uhr +++

Aufständische berichten von einem Angriff auf Bin Dschawad . Die Stadt liegt zwischen Ras Lanuf und Gaddafis Heimatstadt Sirte. Soldaten hätten mit Maschinengewehren und Panzerfäusten angegriffen, berichteten Oppositionelle. Einige Rebellen seien von Scharfschützen getroffen worden.

+++ 12.21 Uhr +++

Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi sind nach Angaben von Augenzeugen mit Panzern gegen Rebellen in der Stadt Misrata vorgegangen . Die Panzer hätten am Sonntag Granaten auf das Zentrum der Stadt im Nordwesten des Landes abgefeuert, sagte ein Bewohner telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Zudem seien Schüsse aus automatischen Waffen zu hören. Misrata wurde bislang von den Rebellen kontrolliert.

+++ 11.55 Uhr +++

Deutschland hat die Rüstungsexporte in mehrere Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens gestoppt . Wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Wochenende mitteilte, muss das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sämtliche Anträge für Ausfuhrgenehmigungen von Rüstungsgütern in die Unruheregionen „bis auf Weiteres“ dem Ministerium vorgelegen. Betroffen sind Libyen, Ägypten, Tunesien und Bahrain.

Das Wirtschaftsministerium reagierte damit auf Kritik an Rüstungsexporten nach Libyen zur Zeit der großen Koalition. Zwischen 2005 und 2009 lieferte Deutschland dem nordafrikanischen Staat Rüstungsgüter im Gesamtwert von rund 83,5 Millionen Euro. Dies geht aus Berechnungen der Linkspartei zum Rüstungsexportbericht 2009 hervor, aus denen die „Saarbrücker Zeitung“ zitierte. Allein im Jahr 2009 hätten die militärischen Exporte einen Umfang von 53,2 Millionen Euro gehabt.

+++ 11.38 Uhr +++

Die Aufständischen in Libyen halten nach eigener Darstellung weiterhin das Zentrum der nahe Tripolis gelegenen Stadt Sawija . Ein Angriff Gaddafi-treuer Kräfte sei zurückgeschlagen worden, sagte ein Sprecher.

+++ 11.28 Uhr +++

Israels Staatspräsident Shimon Peres hat Europa aufgefordert, den Menschen in Ägypten und Libyen zu helfen, „damit sie sich selbst helfen können“. Bei einem Treffen mit der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in Jerusalem sagte er, der Umbruch in den arabischen Ländern sei vor allem den jungen Menschen und den Frauen zu verdanken. Ihnen müsse nun eine Zukunft ohne Armut und in Demokratie ermöglicht werden.

+++ 10.52 Uhr +++

Aufständische und Augenzeugen widersprechen der Darstellung, Gaddafi hätte mehrere Städte zurückerobert. Ein Mitglied des Nationalrats von Misurata, 210 Kilometer östlich von Tripolis, sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, die Gaddafi-Gegner hätten die Stadt weiter fest unter ihrer Kontrolle . Auch im östlichen Ölhafen Ras Lanuf, den die Rebellen in der Nacht zum Samstag erobert hatten, konnten Journalisten keine Veränderungen erkennen. Kommandeure der Aufständischen gaben an, sie würden vielmehr weiter nach Westen in Richtung von Gaddafis Geburtsstadt Sirte vorstoßen.

Im schwer umkämpften Sawija gelang es den Aufständischen nach eigenen Angaben, die Gaddafi-Truppen in der Nacht zum Sonntag aus dem Inneren der Stadt zurückzudrängen. Zugleich hätten die Regierungstruppen die Stadt umzingelt. Der Wahrheitsgehalt der widersprüchlichen Behauptungen konnte zunächst nicht überprüft werden.

+++ 10.29 Uhr +++

Die libysche Luftwaffe fliegt Luftangriffe gegen Aufständische , die auf die Stadt Sirte vorgerückt sind

+++ 09.29 Uhr +++

Gaddafi hat eine Untersuchung des Aufstandes gegen sein Regime durch eine Kommission der Vereinten Nationen oder der Afrikanischen Union gefordert. „Wir werden ein solche Gruppe ungehindert arbeiten lassen“, sagte er der französischen Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ und machte zugleich Terroristen für die Rebellion verantwortlich.

+++ 09.22 Uhr +++

Die von Rebellen kontrollierte libysche Hafenstadt Ras Lanuf ist von einem Kampfflugzeug überflogen worden. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurden nahe eines von den Aufständischen errichteten Kontrollpunkts in der ostlibyschen Stadt daraufhin Schüsse auf das Flugzeug abgegeben. Nahe des Checkpoints stieg eine Rauchsäule auf, zudem waren zwei Krater im Boden zu sehen.

+++ 08.44 Uhr +++

Freudenschüsse oder Kampfhandlungen? In der libyschen Hauptstadt Tripolis ist schweres Maschinengewehrfeuer ausgebrochen.

Nach Berichten des libyschen Staatsfernsehen haben regierungstreue Truppen gleich mehrere Städte zurückerobert, darunter auch die zuletzt schwer umkämpfte Ortschaft Sawija, knapp 50 Kilometer westlich von Tripolis. Auch Ras Lanouf, Misurata und Tobruk seien wieder unter der Kontrolle der Milizen von Staatschef Gaddafi, hieß es. Der Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen konnte zunächst nicht überprüft werden.

+++ 05.41 Uhr +++

China hat 35.860 seiner aus Libyen geflohenen Staatsbürger nach Hause geholt. Es war nach amtlichen Angaben die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte der Volksrepublik.

+++ 05.33 Uhr +++

Die Rebellen rücken von Bengasi gen Westen auf Gaddafis Heimatstadt Sirte vor. Die Aufständischen erklärten, sie hätten bereits die Kontrolle über Bin Dschawad erlangt. Die Stadt liegt etwa 160 Kilometer östlich von Sirte. Nun würden sie nach Sirte vordringen. "Wir werden Sirte jetzt angreifen“, sagte ein Aufständischer zur Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 04.30 Uhr +++

In Libyen wird nach einem Zeitungsbericht eine Spezialeinheit der britischen Armee von Aufständischen festgehalten . Wie die "Sunday Times“ berichtet, wurden bis zu acht SAS-Soldaten von Rebellen gefangen genommen, als sie einen britischen Diplomaten durch das von Aufständischen kontrollierte Gebiet im Osten Libyens begleiteten. Sprecher des Außen- und des Verteidigungsministeriums in London wollten den Bericht weder bestätigen noch dementieren.

Laut „Sunday Times“ wurden die britischen Soldaten in die Rebellen-Hochburg Bengasi gebracht. Wie es hieß, habe der Diplomat, zu dessen Sicherung die Soldaten eingesetzt gewesen seien, eine Kontaktaufnahme mit Gegnern des libyschen Staatschefs Gaddafi vorbereiten wollen. Der Einsatz der britischen Soldaten auf libyschen Territorium habe die Aufständischen aber verärgert.

+++ 02.06 Uhr +++

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat weitere Sanktionen gegen das Regime in Libyen und eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert. „Gezielte Sanktionen sind notwendig gegen diejenigen, die für die Verbrechen gegen das libysche Volk verantwortlich sind“, sagte Westerwelle der Morgenpost Online. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen müsse sich erneut mit der Lage im Land befassen. Die bislang beschlossenen Sanktionen reichten nicht aus. „Die Geldflüsse müssen unterbunden werden“, forderte der Außenminister.

+++ 00.27 Uhr +++

Drei Schiffe der deutschen Marine sind mit über 400 Libyen-Flüchtlingen an Bord von Tunesien aus in Richtung Ägypten aufgebrochen. Wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mitteilte, verließen die Fregatten „Brandenburg“ und „Rheinland-Pfalz“ sowie der Einsatzgruppenversorger „Berlin“ den tunesischen Mittelmeer-Hafen Gabes und nahmen Kurs auf die ägyptische Hafenstadt Alexandria.