Bei einem Polizeieinsatz gegen oppositionelle Demonstranten sind in den arabischen Königreich Bahrain mindestens zwei Menschen getötet worden. Wie Krankenhausärzte in der Hauptstadt Manama weiter mitteilten, wurden Dutzende Demonstranten durch Schüsse oder Tränengasgranaten verletzt.
Die Sicherheitskräfte sind offenbar gewaltsam gegen hunderte Demonstranten vorgegangen, die auf dem Platz der Perle im Zentrum der Hauptstadt Manama kampierten. Augenzeugen zufolge flohen Demonstranten, die seit Dienstag auf dem Platz für Reformen und den Rücktritt der Regierung demonstriert hatten, vor dem Angriff der Polizei.
Augenzeugen berichteten außerdem, dass mehrere Explosionen in der Nähe des Platzes zu hören waren. Die Zugänge zu dem Platz, auf dem hunderte Menschen in Zelten die Nacht verbrachten, war demnach von der Polizei abgeriegelt worden. Noch am Mittwochabend war die Atmosphäre auf dem Platz gelöst. Das Innenministerium versprach, „in Anerkennung der Gefühle des Volkes“ nicht gegen die Demonstranten vorzugehen.
Zuvor hatten rund 2000 Menschen an der Beisetzung eines von Sicherheitskräften getöteten Demonstranten teilgenommen. Während der Trauerfeier in Mahus, einem schiitischen Vorort der Hauptstadt Manama, riefen sie: „Das Volk fordert den Sturz des Regimes“. Der Demonstrant war am Dienstag ums Leben gekommen, als Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Teilnehmer einer Trauerfeier für einen bereits zuvor getöteten Protestteilnehmer vorgingen.
Innenminister Scheich Ratsched ben El Chalifa hatte sein „tiefes Bedauern“ über die beiden ersten Todesfälle geäußert. Er kündigte an, die verantwortlichen Sicherheitskräfte zur Verantwortung zu ziehen und eine Untersuchung zu den genauen Umständen der Vorfälle einzuleiten. In Bahrain leben überwiegend Schiiten, der kleine Golfstaat wird aber von einer sunnitischen Herrscherdynastie unter König Mohamed bin Issa el Chalifa geführt.
Die USA, deren Fünfte Flotte in Bahrain ihre Basis hat, zeigten sich „sehr besorgt“ über die Entwicklung in dem Land. Der Sprecher des Weißen Hauses sagte US-Präsident Barack Obama beobachte genau die Ereignisse. Obama sei überzeugt, Bahrain müsse wie alle Staaten der Region die Rechte ihrer Bürger achten, sagte sein Sprecher Jay Carney.
dpa/AFP/tts





