Bahrain

Polizei beendet Proteste mit Tränengas – ein Toter

Die Proteste in der arabischen Welt reißen nicht ab. Auch in Bahrain gehen die Menschen für Reformen auf die Straße. Das Regime reagiert mit Härte.

In Folge der gewaltsamen Auflösung regierungskritischer Proteste im Golfstaat Bahrain ist ein Demonstrant gestorben. Der 21 Jahre alte Mann sei den Verletzungen erlegen, die er am Montagabend bei der Auflösung einer Demonstration im Dorf Dija östlich der Hauptstadt Manama durch die Polizei erlitten habe, berichteten Augenzeugen am Dienstag. Das Innenministerium in Manama bestätigte in einer Erklärung, dass ein Demonstrant gestorben sei. Eine Untersuchung solle nun klären, ob die Sicherheitskräfte den Tod durch einen nicht gerechtfertigten Einsatz von Waffen verursacht hätten.

Die Polizei hatte am Montag in mehreren schiitischen Dörfern hunderte regierungskritische Demonstranten mit Tränengas auseinandergetrieben. Mindstens 25 Menschen wurden verletzt. Die Demonstranten waren einem Aufruf der Opposition zu einem „Tag des Zorns“ gefolgt und für politische und soziale Reformen auf die Straße gegangen. Jugendgruppen und Menschenrechtsaktivisten in Bahrain hatten im Internet am Jahrestag der Verfassung von 2002 zu einer Großdemonstration nach dem Beispiel der Massenproteste in Ägypten und Tunesien aufgerufen.

Am Dienstag nahmen Tausende an einem Trauerzug für den getöteten 21-Jährigen teil. Sondereinsatzkräfte der Polizei versuchten zunächst mit Hilfe von Tränengas, den Trauerzug zu blockieren. Schließlich ließen sie es aber zu, dass sich der Zug von einem Krankenhaus in der Hauptstadt Manama in Bewegung setzte.

In Bahrain leben überwiegend Schiiten, der kleine Golfstaat wird aber von einer sunnitischen Herrscherdynastie geführt. In den 1990er Jahren kam es immer wieder zu Unruhen. 2001 wurde daraufhin die Wiedereinsetzung des 1975 aufgelösten Parlaments beschlossen, Bahrain wurde zu einer konstitutionellen Monarchie.