Muslime

Seit Terrorwarnung verstärkt Übergriffe auf Moscheen

Muslime in Deutschland sehen sich vermehrt Übergriffen ausgesetzt. Ihr Zentralrat fürchtet einen voreiligen Verdacht gegen die Gläubigen.

Vor dem Hintergrund der Terrordiskussion macht der Zentralrat der Muslime in Deutschland ein wachsendes Klima der Angst innerhalb der muslimischen Gemeinde aus. Der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek sagte der „Financial Times Deutschland“, sein Verband verzeichne in jüngster Zeit eine Zunahme von „Hass-Mails“, Übergriffen auf Muslime und Anschlägen auf Moscheen.

Mazyek äußerte Befürchtungen vor einem voreiligen Verdacht gegen Menschen muslimischen Glaubens, weil die Trennschärfe zwischen Islam, Terror und Muslimen zunehmend schwinde.

„Gerade in einer Zeit, in der Muslime vermehrt Übergriffen ausgesetzt und verängstigt sind, brauchen sie deutliche Signale, dass sie zur deutschen Gesellschaft dazugehören, nötiger denn je“, sagte Mazyek der „FTD“. „Wenn wir das nicht tun, spielen wir den Terroristen in die Hände.“ Der Zentralrat steht nach eigenen Angaben stellvertretend für 19 muslimische Organisationen.

Auch Innenminister Thomas de Maizière warnte davor, hier lebende Moslems unter Generalverdacht zu stellen. Dies dürfe auf keinen Fall geschehen, sagte der CDU-Politiker beim Bundeskongress der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin.

Zugleich stärkte de Maizière den Polizisten den Rücken. Eine Reihe von Beamten seien mit Maschinenpistolen bewaffnet und müssten jederzeit mit einem hinterhältigen Angriff rechnen. Die Beamten seien hochmotiviert, besonnen und gut ausgebildet. Es sei ihr Verdienst, dass in der jetzigen Lage bei vielen Menschen kein Gefühl von Unsicherheit, sondern zumeist von Sicherheit entstehe.

( dpa/AFP/jm )