Mehrere jüngere SPD-Abgeordnete haben sich erstmals mit Vertretern der Partei Die Linke in Berlin getroffen. Dabei sei es darum gegangen, in Form eines „respektvollen Streitgesprächs“ über Gegensätze und Gemeinsamkeiten zu diskutieren, teilte der Zirkel „Denkfabrik“ in der SPD-Bundestagfraktion mit.
Es habe sich jedoch nicht um ein „Geheimtreffen“ gehandelt. Vielmehr sei bereits Anfang Mai die Aufnahme solcher Kontakte auch mit der Linkspartei angekündigt worden. Als falsch wurde weiter die Darstellung zurückgewiesen, dass an einem nächsten Treffen auch der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, eingeladen werden soll.
Nach Angaben der Wochenzeitung „Die Zeit“ nahmen an dem Gespräch die SPD-Abgeordneten Niels Annen, Frank Schwabe, Christine Lamprecht, sowie die Geschäftsführerin der „Denkfabrik“, Angela Marquardt, teil. Die frühere PDS-Abgeordnete, die im Bundestagsbüro der SPD-Linken Andrea Nahles arbeitet, war erst kürzlich in die SPD eingetreten, um dort, wie sie sagte, "die Linke zu stärken".
Auf Seiten der Linken waren danach die Bundestagsabgeordneten Jan Korte und Barbara Höll, Parteivize Halina Wawzyniak sowie der Berliner Fraktions-Vize Stefan Liebich vertreten. Annen sagte der „Zeit“, es sei "ein gutes Gespräch unter konkurrierenden Parteien" gewesen. Keinesfalls sei dies als der Beginn von rot-roten Kooperationen zu werten.
"Ganz normal", nannte die Linke Wawzyniak das Treffen mit den Sozialdemokraten. Junge Linke, die mit der SED nichts am Hut hätten und Sozialdemokraten seien oft nur zufällig in unterschiedlichen Parteien gelandet. Man sei jung und wolle sich austauschen.
Die 2004 gegründete „Denkfabrik“ versteht sich als „kreativer Impulsgeber“ innerhalb der SPD und als Diskussionsforum, wo jüngere Sozialdemokraten an den regelmäßigen Stammtischen „ungeschminkt“ diskutieren sollen.
FSL/dpa/cn




