Aussenminister

Westerwelle wirft Kritikern infames Verhalten vor

Guido Westerwelle hält die Kritik an seiner Mitnahmepraxis bei Auslandsreisen für einen Teil des Wahlkampfs in Nordrhein-Westfalen. Er warf der Opposition infames Verhalten vor. Bei der nächsten Reise wird der Außenminister allerdings ohne seinen Partner unterwegs sein. Michael Mronz habe "andere Termine".

Foto: dpa

Die FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Birgit Homburger, hat Außenminister und Parteichef Guido Westerwelle eine starke Position in beiden Ämtern bescheinigt. Er mache „als Außenminister eine ebenso gute Arbeit wie als FDP- Bundesvorsitzender“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“

Homburger verteidigte Westerwelle gegen den Vorwurf der Günstlingswirtschaft im Zusammenhang mit seiner Mitnahmepraxis bei Auslandsreisen. SPD, Grüne und Linke inszenierten „ein durchsichtiges innenpolitisches Spektakel, um ihre eigene Konzeptionslosigkeit zu vertuschen“. Die FDP-Fraktionschefin fügte hinzu: „Die Opposition muss sich fragen lassen, ob sie sich noch zu den Regeln des demokratischen Umgangs bekennt.“

Westerwelle selbst hält die Kritik an seiner Delegationsauswahl für „eine durchsichtige Kampagne der Kräfte, die in Nordrhein-Westfalen eine Linksregierung wollen. Dass dabei nicht einmal vor der Diffamierung von Familienangehörigen zurückgeschreckt wird, ist infam.“ Im bevölkerungsreichsten Bundesland wird in acht Wochen am 9. Mai ein neuer Landtag gewählt.

Den jüngsten Angriff auf die Arbeitspraxis Westerwelles fuhr Claudia Roth: „Schlechter als Westerwelle zu regieren wird ja langsam schon fast schwierig“, sagte die Grünen-Chefin der „Bild am Sonntag“.

Nach tagelanger Kritik an Westerwelle hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihren Stellvertreter am Freitag gegen Vorwürfe der Günstlingswirtschaft in Schutz genommen. Sie gab dem FDP-Chef über eine Sprecherin Rückendeckung, allerdings in einer knappen Erklärung.

Westerwelle zeigte sich zum Abschluss seiner einwöchigen Südamerika- Reise sehr zufrieden – trotz der Vorwürfe. „Die parteipolitischen Attacken der Opposition mögen in Deutschland eine Rolle gespielt haben. Hier bei dieser erfolgreichen Reise haben sie keine Rolle gespielt.“ Westerwelle war in die Kritik geraten, weil er auf seinen Auslandsreisen auch befreundete Geschäftsleute mitgenommen hat.

Dem FDP-Chef wird auch vorgehalten, sein Lebenspartner Michael Mronz könne solche Reisen zur Anbahnung eigener Geschäfte nutzen. Der Event- und PR-Manager Mronz, der auf die Vermarktung von großen Sportereignissen spezialisiert ist, hatte den Vizekanzler nach Südamerika begleitet. In Brasilien finden 2014 die Fußball-WM und zwei Jahre später die Olympischen Spiele statt.

Bei der nächsten großen Auslandsreise des Außenministers wird Mronz nicht dabei sein. Der Sportveranstaltungs-Manager kündigte am Freitag in Rio de Janeiro an, auf die Mitreise nach Südafrika im April verzichten zu wollen. Er habe „andere Termine“.

Zugleich wies er den Vorwurf zurück, bei der gegenwärtigen Südamerika-Reise auch berufliche Interessen verfolgt zu haben. Seine Firma sei „nicht auf solche globalen Events wie die WM oder die Olympischen Spiele“ ausgerichtet. Mronz fügte hinzu: „Ich definiere meinen Beruf nicht über das Amt von Herrn Westerwelle.“