China hat den jüngsten Bericht der USA über die Aufrüstung seiner Streitkräfte entschieden zurückgewiesen. Das Papier, das die chinesische Aufrüstung kritisch bewertet, sei den Beziehungen zwischen beiden Ländern „nicht zuträglich“, erklärte das Verteidigungsministerium in Peking.

China sei „auf dem Weg einer friedlichen Entwicklung“ und habe sich einer „defensiven nationalen Verteidigungspolitik“ verschrieben. Zuvor hatten chinesische Verteidigungsexperten den Pentagon-Bericht in Staatsmedien bereits als „aggressiv“ und „nicht unbedingt professionell“ bezeichnet. Der Pentagon-Bericht „ignoriert objektive Tatsachen“ und mache „Anschuldigungen über Chinas normale Landesverteidigung und militärischen Aufbau“. Er sei „nicht hilfreich“ für die Entwicklung der Militärbeziehungen zwischen China und den USA. China weise auch die amerikanische Kritik an der Aussetzung der militärischen Kontakte mit den USA entschieden zurück, sagte der Sprecher in einer Erklärung.

China hatte im Januar den Austausch aus Verärgerung über amerikanische Waffenlieferungen an Taiwan eingefroren. Der Pentagon-Bericht hatte sich für eine Wiederaufnahme der Kontakte eingesetzt. Der chinesische Verteidigungssprecher warf den USA auch vor, die militärische Bedrohung Taiwans durch die Volksrepublik zu „übertreiben“.

In dem am Montag veröffentlichten Bericht legt das Verteidigungsministerium in Washington dar, dass China massiv aufrüstet und seine Reichweite für Militäreinsätze auf weite Teile Asiens ausdehnt. So habe Peking seine Investitionen in den Bereichen Nuklearwaffen, Langstreckenraketen, U-Boote, Flugzeugträger und Kriegsführung im Cyberspace aufgestockt. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg habe China die Modernisierung seiner Streitkräfte beschleunigt und ausgeweitet, heißt es darin. Beklagt wurden auch ein Mangel an Transparenz, der zu Missverständnissen und Fehleinschätzungen führen könne.

Insbesondere der militärische Vorsprung Chinas gegenüber Taiwan weite sich immer weiter aus. Die taiwanische Regierung erneuerte als Reaktion auf die Analyse seinen Aufruf an die USA, Waffen an Taiwan zu verkaufen.

AFP/dpa/ks