Die schwarz-gelbe Koalition kommt aus ihrem Stimmungstief nicht heraus. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, könnten SPD und Grüne nach dem Stern-RTL-Wahltrend zum dritten Mal in Folge mit einer absoluten Mehrheit der Mandate rechnen. Die Union stagniert in der Forsa-Umfrage bei 30 Prozent, die FDP verbessert sich um einen Punkt auf fünf Prozent.

Während die Union mit Pesonalquerelen in der CDU und dem offenen Widerstand der Wirtschaft gegen die Energiepolitk von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu kämpfen hat, sieht sich FDP-Chef Guido Westerwelle mit Rücktrittsforderungen aus dem Saarland konfrontiert. Die Liberalen hatten bei der Bundestagswahl vor knapp einem Jahr noch rund 15 Prozent erreicht – davon sind sie mittlerweile weit entfernt und kreisen nur noch um die Fünf-Pronzent-Hürde.

Die Werte der Oppositionsparteien bleiben indes stabil: 27 Prozent der Wähler würden für die SPD stimmen, 20 Prozent für die Grünen, die damit zum zweiten Mal in Folge ihr Allzeithoch erreichen. Für die Linke würden elf Prozent stimmen. Für „sonstige Parteien“ würden sich sieben Prozent der Wähler entscheiden. Damit liegen SPD und Grüne mit zusammen 47 Prozent deutlich vor Union und FDP, die gemeinsam auf 35 Prozent kämen. SPD, Grüne und Linkspartei würden mit zusammen 58 Prozent sogar einen Vorsprung von 23 Punkten vor Union und FDP haben.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem „Stern“, der Union würden die Wähler überdurchschnittlich stark in Ostdeutschland, in Nordrhein-Westfalen und Bayern weglaufen. Forderungen nach einer konservativeren Union hält der Forsa-Chef für „unsinnig“. Seinen Analysen zufolge würden sich vor allem Leute von CDU und CSU abwenden, die sich selbst politisch der Mitte zuordnen. „Das sind Bürger, die enttäuscht sind, dass der Krake Bürokratie immer mehr um sich greift und in der Einkommenssteuer der 'Mittelstandsbauch' nicht abgebaut wird“, sagte Güllner.

Reuters/zel