Der Ausbau der erneuerbaren Energien kommt umso schneller voran, je weniger die Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke verlängert werden. Das geht nach Informationen der „Welt am Sonntag“ aus dem Energie-Gutachten für die Bundesregierung hervor. Bei einer deutlichen Verlängerung der Laufzeiten steige die Abhängigkeit von Stromimporten. Der Druck auf den Ausbau der Stromnetze nehme ab, Innovationspotenziale werden nicht ausgeschöpft.

In dem Gutachten haben das Energiewirtschaftliche Institut der Universität Köln und die Prognos AG untersucht, welche Folgen 4, 12, 20 und 28 Jahre längere Laufzeiten haben würden. In allen Szenarien gibt es demnach kaum Unterschiede bei der Preisentwicklung, der Versorgungssicherheit und dem Erreichen der Klimaschutzziele.

Das Gutachten soll Grundlage für das Energiekonzept sein, das die Bundesregierung Ende September vorstellen will. Im Vorfeld wird nun über die Interpretation der Szenarien gestritten. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht in den Szenarien ein Votum für „eine klar zweistellige Verlängerung“ der Laufzeiten.

WON