Es ist kurz nach 22 Uhr, als Christoph Ahlhaus ahnt, dass er gewonnen hat. Einer fragt ihn, warum er Ole von Beusts Rücktritt nicht verhindert hat. Der nächste möchte, dass der 2009 neu eingeführte Polizei-Schlagstock wieder ausgemustert wird, weil er zu gefährlichen Verletzungen führen kann.
Und als die meisten grünen Parteimitglieder die Akademie der Künste am Hamburger Hauptbahnhof schon verlassen haben, kommt noch ein junger Mann an den Tisch auf der Bühne, um sich bei Ahlhaus über die neuen Körperscanner am Flughafen zu beklagen, deren Hersteller auch Streubomben produziere. So, als sei der schon Bürgermeister.
Ahlhaus macht sich eine Notiz und verspricht, „nachzuhaken“. So unspektakulär ging der Mitgliederabend vorbei, bei dem sich der als konservativ geltende designierte Hamburger Bürgermeister Christoph Ahlhaus der grünen Basis präsentierte und um die Fortsetzung der Koalition aus CDU und Grünen in der Hansestadt warb.
Seine Gastgeber waren den weltmännisch-gewandten Ole von Beust gewöhnt; nun müssen sie sich mit dem gebürtigen Heidelberger anfreunden, der auch schon mal Gastmitglied in einer Studentenverbindung war, was bei den Grünen ansonsten nur Oberrealos wie Rezzo Schlauch dürfen.
Ausführlich und mit viel Charme habe Ahlhaus solche Anwürfe gekontert – und sich ansonsten bemüht, selbstironisch und eloquent aufzutreten, berichten Mitglieder danach. Dieser bürgerliche Habitus kam wohl gut an, obwohl Aram Ockert, einer der schärfsten Kritiker von Ahlhaus, hinterher mäkelte, dass „seine Freundlichkeit nichts über sein konservatives Politikverständnis“ aussage.
Doch die Mehrheit seiner grünen Parteifreunde gab sich mit den Zuckerstückchen zufrieden, die der neue starke Mann verteilte. Die Stadtbahn werde kommen, versprach Ahlhaus, und für das umstrittene Schanzenfest, das stets in Krawallen endet, wolle er sich einsetzen.
Am Ende sprach die GAL-Vorsitzende Katharina Fegebank von einem „gelungenen Abend“. Am Sonntag stimmt die grüne Basis auf einer Landesmitgliederversammlung über die Zukunft der Koalition ab. Der Trend: Fortsetzung folgt.





