Die Nato hat eingeräumt, dass bei dem Luftangriff auf zwei von den Taliban entführte Tanklastzüge Zivilisten verletzt und getötet wurden. In einer in Kabul veröffentlichten Erklärung der Nato-Truppe Isaf heißt es, erste Untersuchungen ließen die Isaf davon ausgehen, „dass Aufständische, aber auch Zivilisten durch den Luftangriff getötet und verletzt wurden“. Die Nato untersuche den Vorfall derzeit gründlich, um die genaue Zahl der zivilen Opfer feststellen zu können.
Noch immer ist umstritten, wie viele der Opfer radikalislamische Taliban und wie viele Zivilisten waren. Das Verteidigungsministerium in Berlin gab bisher die Zahl von 56 getöteten Taliban an, der Provinzgouverneur von Kundus, Mohammad Omar, sprach am Sonntag von 54 Todesopfern, unter ihnen sechs Zivilisten.
Erstmals äußerten sich auch die Taliban ausführlich zu dem Vorfall. Im Internet erklären die Islamisten, sie hätten ein eigenes Komitee zur Aufklärung gegründet, “nicht zu Propagandzwecken sondern basierend auf den Aussagen der Dorfbewohner”. Die Taliban fordern zudem die UN, Amnesty International und Human Rights Watch auf, die Wahrheit über Opfer der Bombardierung (“Verbrechen gegen die Menschlichkeit”) zu ermitteln.
Bereits am Wochenende hatten die Taliban die Vereinten Nationen aufgefordert, ihre “humanitären und moralische Verpflichtung zu erfüllen damit sich solche Ereignisse nicht wiederholen."
In der Darstellung der Taliban kamen bei dem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff „120 Dorfbewohner, die meisten davon Kinder und Jugendliche” ums Leben. „Erbarmungslose Kreuzritter” (gemeint sind die Nato-Truppen) hätten die Bewohner aus dem nahe gelegenen Dorf Haji Abdur Rahman getötet, als diese gerade Benzin von den Lastern abgezapften. Die Dorfbewohner seien von den Taliban aufgefordert worden, das Gebiet um die Tanklastzüge zu verlassen. Dennoch seien die Menschen immer wieder zu den Lastzügen zurückgekehrt.
Weiter behaupten die Taliban, sie hätten sie Namen, Herkunft, Alter und Tätigkeit von bislang 79 Opfern des Luftangriffs ermitteln können. Zu den aufgelisteten angeblichen Toten gehören demnach auch zwei 11 und 14 Jahre alte Brüder und ein 60jähriger Dorfbewohner.
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mit AFP





