Bei einem Selbstmordanschlag vor einem Nato-Stützpunkt in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens zwei Zivilisten getötet worden. Sechs weitere Zivilisten sowie drei US-Soldaten und ein belgischer Soldat wurden nach Angaben von Polizei und Isaf bei dem Attentat am Dienstag verletzt. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag, der die in Kabul wachsende Bedrohung durch Aufständische verdeutlichte.
Ein Selbstmordattentäter habe am Dienstagmorgen sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug vor dem Haupteingang des Nato-Luftwaffenstützpunktes am Kabuler Flughafen in die Luft gesprengt, teilten die afghanische Polizei und die Nato mit. Dabei seien mindestens zwei Passanten getötet und sechs weitere Zivilisten verletzt worden, erklärte Ermittlungsleiter Sajed Abdul Ghafar Sajedsada. Einer der Verletzten befinde sich in einem kritischen Zustand. Ein Sprecher der Nato-geführten Isaf-Truppe erklärte, auch drei US-Soldaten und ein belgischer Soldat hätten Verletzungen erlitten. Ein Augenzeuge berichtete, er habe drei Geländewagen auf den Stützpunkt zufahren sehen. Als sie vor den Betonabsperrungen angelangt seien, habe sich eine gewaltige Explosion ereignet.
In der Nacht zu Dienstag versuchten zwei bewaffnete Aufständische zudem, den US-Stützpunkt Camp Phenix in der Nähe Kabuls anzugreifen. Die Angreifer wurden nach Angaben der Polizei aber sofort getötet worden, sonst sei niemand zu Schaden gekommen.
Kabul wird seit dem Sommer verstärkt von Aufständischen angegriffen. Am Montag waren in der Hauptstadt drei Zivilisten von einer Rakete getötet worden. Am 15. August hatte ein Selbstmordattentäter vor dem Generalhauptquartier der Isaf im Kabuler Zentrum einen Sprengsatz gezündet und dabei sieben Zivilisten getötet und 91 weitere Menschen verletzt. Drei Tage später kamen bei einem Attentat auf einen Nato-Versorgungskonvoi neun Zivilisten und ein Isaf-Soldat ums Leben.
Am 20. August fanden in Afghanistan Präsidentschaftswahlen statt, das Endergebnis ist noch nicht bekannt. Im Zuge des Urnengangs wurden die internationalen Truppen in Afghanistan verstärkt, mittlerweile sind es rund 100.000 ausländische Soldaten.
dpa/AFP/fas




