Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat gegenüber der „Welt am Sonntag“ einer Koalition mit SPD oder Grünen eine klare Absage erteilt. „Mit dieser zersplitterten und nach links gerutschten SPD, die diesen Sonntag Bündnisse mit den Kommunisten vorbereiten will, passt das Programm der FDP einfach nicht zusammen.“
Und weiter: „Ich halte eine Koalition mit SPD und Grünen für ausgeschlossen. Deren Belastungspolitik würde die so wichtige Mittelschicht weiter schrumpfen lassen.“ In der „Bürgersprechstunde“ der Zeitung, in der Spitzenkandidaten Leserfragen beantworten, kritisierte Westerwelle auch die fehlende Leistungsgerechtigkeit in Deutschland: „Ganz klar: Wer morgens aufsteht, muss mehr haben als derjenige, der liegen bleibt.“
Auf Ämterspekulationen wollte sich der Spitzenkandidat der Liberalen nicht einlassen: „Andere Parteien haben schon ein halbes Dutzend Minister für sich beansprucht. Solch ein Postengeschacher vor der Wahl halte ich für peinlich und unbescheiden gegenüber dem Wähler. In einer schwarz-gelben Regierung hat jeder an dem Platz zu arbeiten, wo er Deutschland am besten dienen kann.“
In Hinblick auf den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr nannte Westerwelle das Ziel, „unsere Soldaten so schnell als möglich von Auslandseinsätzen zurückzuholen.“ Dies sei aufgrund der bestehenden terroristischen Bedrohung für Europa jedoch erst möglich, wenn in Afghanistan eine „Struktur der selbsttragenden Sicherheit“ herrsche und der Terrorismus durch afghanische Behörden eigenständig bekämpft werden könne.
„Deshalb wiegt der Fehler der Bundesregierung ja so schwer, dass sie erst weniger als die Hälfte der von ihr zugesagten Polizeiausbilder nach Afghanistan geschickt hat“, kritisierte Westerwelle.
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