Beamte des Bundeskriminalamts nahmen die 57-Jährige Verena Becker am Donnerstag in Berlin fest. Ihr wird zur Last gelegt, sich an dem Anschlag des „Kommandos Ulrike Meinhof“ auf Siegfried Buback und zwei seiner Begleiter am 7. April 1977 als Mittäterin beteiligt zu haben. Verena Becker sei damit dringend verdächtig, des Mordes in drei Fällen schuldig zu sein.

Morgenpost Online sprach mit Bubacks Sohn Michael über die Vergangenheit und die Frage, was seine Familie jetzt erwartet.

Morgenpost Online: Was haben Sie bei der Nachricht von der Verhaftung von Verena Becker empfunden?

Michael Buback: Erleichterung. Ich konnte die Meldung zunächst kaum glauben.

Morgenpost Online: Sie haben jahrelang dafür gekämpft, dass Frau Becker als Tatverdächtige im Mord an Ihrem Vater in Betracht gezogen wird. Warum, glauben Sie, gab es so viele Widerstände?

Buback: Vermutlich haben es viele nicht für möglich gehalten, dass es damals bei den Ermittlungen zur Ermordung des Generalbundesanwalts und seiner zwei Begleiter gravierende Versäumnisse und Fehler gegeben hat. Ich konnte mir das ja zunächst auch nicht vorstellen, aber die Erkundungen, die ich mit meiner Frau durchgeführt habe, ließen dann kaum noch Zweifel an einer Mittäterschaft von Verena Becker zu.

Morgenpost Online: Wann war Ihnen klar, dass Frau Becker stärker in den Tatvorgang involviert war als von offzieller Seite stets angegeben?

Buback: Nachdem mir ein zweiter Zeuge berichtete, dass eine zierliche Person, vermutlich eine Frau hinten auf dem Tatmotorrad saß. Diese Beschreibung passte auf keinen der drei uns über Jahrzehnte genannten männlichen Täter.

Morgenpost Online: Was erwarten/fordern Sie als nächsten Schritt?

Buback: Ich hoffe, dass es nun zu einer Anklage und einem Prozess kommt, bei dem die Wahrheit über das Attentat ans Licht kommt. Das ist mein Hauptanliegen und das meiner Familie.

Buback antwortete auf die Fragen der Redakteurin per E-Mail.

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