Der jüngste Sohn des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-il wird offenbar weiter als Nachfolger seines Vaters aufgebaut. Dazu wurde der 26-jährige Kim Jong-un nach Informationen einer südkoreanischen Zeitung als neuer Leiter der Geheimdienstbehörde eingesetzt. Die nordkoreanische Staatssicherheit gilt als Rückgrat der totalitären Herrschaft. Sie ist sowohl für die Überwachung im Inneren wie für die Auslandsspionage zuständig.

Beide Kims hätten im März die Staatssicherheitsbehörde in Pjöngjang besucht und Funktionäre mit fünf ausländischen Autos beschenkt, berichtete am Mittwoch die südkoreanische Zeitung „Dong a Ilbo“. Dabei habe er die Beamten gebeten, den 26-Jährigen als Leiter der Behörde anzunehmen und den „Genossen Kim Jong-un mit eurem Leben zu schützen, wie ihr es in der Vergangenheit für mich getan habt“. Um die Staatssicherheit weiter aufzuwerten soll ihr auch die 100.000 Mann starke Grenzwacht unterstellt werden.

Kim Jong-un habe auch schon den Fall der beiden in Nordkorea verurteilten US-Journalistinnen beaufsichtigt, berichtete die Zeitung weiter. Sie wurden wegen illegalen Eindringens nach Nordkorea zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt.

Der Bericht steht im Einklang mit anderen Hinweisen, wonach Kim Jong-un als Nachfolger seines Vaters aufgebaut wird. Dieser übernahm die Staatsführung nach dem Tod seines Vaters Kim Il-sung 1994.

Die japanische Zeitung „Mainichi“ hatte am Wochenende berichtet, dass Kim Jong-un kürzlich auch schon als amtierender Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission aufgetreten sei. Sein Vater ist Vorsitzender der Kommission, was der höchste Posten in Nordkorea ist.

Anfang Juni soll Kim Jong-un einem Bericht der japanischen Zeitung „Asahi“ zufolge insgeheim auch zu Gesprächen nach China gereist und dabei auch mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao zusammengetroffen sein. Bei dem Besuch sei er als wahrscheinlicher Nachfolger seines erkrankten Vaters vorgestellt worden, hieß es.

AP/ks