Die USA sind nach Ansicht ihrer Regierung auf einen möglichen nordkoreanischen Raketenabschuss Richtung Hawaii vorbereitet. Das sagte US-Präsident Barack Obama in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS. Wie der Sender vor der Ausstrahlung des Gesprächs mitteilte, sagte Obama, „diese Regierung – und unser Militär – sind voll auf alle Möglichkeiten vorbereitet“.
Auf die Frage, ob das eine Warnung vor einer militärischen Antwort sei, sagte der Präsident: „Nein. Es ist nur, wir sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet. Ich will nicht über Hypothetisches spekulieren.“ Aber er wolle den Amerikaner die Versicherung geben, das für alle Eventualitäten geplant worden sei, betonte Obama.
Die USA haben angesichts wachsender Spannungen mit Nordkorea ihre Vorkehrungen gegen einen möglichen Raketenangriff auf Hawaii verstärkt. Die japanische Zeitung „Yomiuri Shimbun“ hatte am Donnerstag der vergangenen von möglichen nordkoreanischen Vorbereitungen berichtet, eine Rakete vom Typ Taepodong-2 in Richtung des US-Bundesstaates im Pazifik abzufeuern.
US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärte dazu, er habe die Verlegung von Raketen-Abwehrsystemen und Radaranlagen nach Hawaii angeordnet.
Der Weltsicherheitsrat hatte einstimmig schärfere Sanktionen als Antwort auf den zweiten nordkoreanischen Atomtest vom 25. Mai verhängt.
Nordkorea setzte zum Wochenbeginn seine Aggressionen gegenüber den USA fort. Am Montag bezeichnete sich der Staat als „stolze Atommacht“. Die staatliche Zeitung „Rodung Sinmun“ schrieb in einem Beitrag, Nordkorea sei darauf vorbereitet, im Fall eines US-Angriffs zurückzuschlagen. „Die USA sollten sich genau anschauen, mit wem sie es zu tun haben“, hieß es in dem Beitrag in Anspielung an die jüngsten Atomwaffen- und Raketentests.
Vor der Küste der koreanischen Halbinsel zeichnet sich jetzt zudem eine mögliche Konfrontation bei der Umsetzung neuer UN-Sanktionen ab. Ein Zerstörer der US-Marine verfolgt nach einem Bericht des südkoreanischen Fernsehsenders YTN ein nordkoreanisches Schiff, das verdächtigt wird, Raketen und zugehörige Teile geladen zu haben. Der Frachter soll auf dem Weg nach Birma sein. Das verschärfte Waffenembargo der Vereinten Nationen ermächtigt die UN-Staaten, verdächtige Schiffe zu durchsuchen.
AP/dpa/cn




